Nahverkehr

Jetzt reden die Fahrgäste der Ruhrbahn ein Wörtchen mit

Täglich nutzen zigtausende Fahrgäste das Angebot der Ruhrbahn. Der Verkehrbetrieb will seinen Kunden jetzt die Möglichkeit geben, ihre Meinung zum Nahverkehr zu äußern.

Täglich nutzen zigtausende Fahrgäste das Angebot der Ruhrbahn. Der Verkehrbetrieb will seinen Kunden jetzt die Möglichkeit geben, ihre Meinung zum Nahverkehr zu äußern.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Ruhrbahn startet erstmals eine Online-Umfrage für die Fahrgäste. Deren Meinungsbild soll bei strategischen Entscheidungen eine Rolle spielen.

Die Ruhrbahn stellt hier und da die Weichen neu: Elektrobusse sollen kommen, mehr Mobilstationen soll es geben und das Angebot soll auf bestimmten Linien erweitert werden. Doch würden auch die Fahrgäste immer die gleichen Prioritäten setzen wie das Verkehrsunternehmen? Die Ruhrbahn will es vorher wissen und startet deshalb jetzt erstmals eine Online-Umfrage. „Wir wollen ein Stimmungsbild unserer Fahrgäste“, erklärt die Sprecherin Simone Klose. „Und die haben mit Einfluss auf unsere strategische Ausrichtung.“

Das Motto ist simpel, aber treffend: „Kunden reden mit“. Zu aktuellen Themen startet die Ruhrbahn auf ihrer Internet-Plattform ab sofort eine Online-Umfrage – drei bis vier sollen es pro Jahr sein. Die Idee dafür hat Marketing-Leiter Nils Hoffmann umgesetzt. „Wir führen hiermit ein zeitgemäßes Instrument zur Bürgerbeteiligung ein“, teilt er den Kunden per Internet mit und verspricht, dass man so frühzeitig Trends aufspüren und in „unternehmerisches Handeln übersetzen“ wolle.

Wollen die Essener Fahrgäste den Elektrobus?

Der jetzt gestartete Auftakt klingt vielversprechend. Schon innerhalb weniger Stunden haben die ersten hundert Kunden an der Online-Aktion teilgenommen, die sechs Fragen können schnell beantwortet werden. Mitmachen kann jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist. Der Verkehrsbetrieb betont, dass alle Angaben und Antworten anonymisiert ausgewertet werden. Nach personenbezogenen Daten wird nicht gefragt. Die Ruhrbahn will nur das ungefähre Alter wissen, und ob der Fahrgast in Mülheim oder Essen mit Bus und Bahn unterwegs ist.

Anlass für die erste Befragung war unter anderem die zweite Deutschland-Premiere mit dem Elektro-Superbus „Irizar ie Tram“ in der Ruhr-Metropole, der an drei Tagen auch im Essener Linienverkehr eingesetzt wurde. Die Ruhrbahn fragt, ob abgasfreie Busse den Nahverkehr attraktiver machen und ob die Kunden deshalb Bus und Bahn fahren, um das Klima zu schützen.

Bringen günstigere Tickets mehr Kunden?

Konkret geht es aber auch darum, warum Essener überhaupt öffentliche Verkehrsmittel nutzen und wie der Nahverkehr in der Stadt besser gemacht werden kann. Sind verbilligte Ticket-Preise wichtiger oder muss das Nahverkehrsangebot ausgeweitet werden? Beides versucht die Ruhrbahn gerade mit Hilfe des Lead-City-Prorammes. Im Dezember 2018 gab es das Ticket 1000 und 2000 limitiert für den halben Preis, in diesem Sommer wird auf wichtigen Linien bis Ende 2019 der Fünf-Minuten-Takt eingeführt.

Vielleicht legen die Kunden aber auch besonderen Wert auf „ergänzende Mobilitätsformen“, wie auf das Leihrad oder den Mietwagen an Mobilstationen oder den Kleinbus auf Bestellung (On-demand-Shuttle) – auch ein Projekt, das die Ruhrbahn angehen will.

Bei der jetzigen Online-Umfrage können die Fahrgäste noch bis zum 7. Mai mitmachen.

>>>UMFRAGEN BEI FAHRGÄSTEN

  • Die Ruhrbahn macht alle zwei Jahre repräsentative „Kundenzufriedenheitsbefragungen“ per Telefon. Ausgewertet werden die Antworten von rund tausend Befragten.
  • Die Online-Umfrage dient jetzt als weiteres Instrument, um Kundenmeinungen zu erfragen.
  • Für die Teilnahme an der Umfrage muss die Internetseite. „www.ruhrbahn.de“ aufgerufen werden.

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben