Stadtteilentwicklung

In Holsterhausen entsteht ein neuer Ort für Nachbarschaft

Den Stadtteil beleben wollen Ariane Möllmann, Jörn Hamacher, Björn Ahaus und Stefan Kohlmann (v.l.) mit einem „Fachgeschäft für Stadtwandel“. Der Verleih des Lastenrads „Ela“ läuft bereits über die Gruppe.

Foto: Socrates Tassos

Den Stadtteil beleben wollen Ariane Möllmann, Jörn Hamacher, Björn Ahaus und Stefan Kohlmann (v.l.) mit einem „Fachgeschäft für Stadtwandel“. Der Verleih des Lastenrads „Ela“ läuft bereits über die Gruppe. Foto: Socrates Tassos

Essen-Holsterhausen.  Im „Fachgeschäft für Stadtwandel“ sollen in Holsterhausen soziale und ökologische Ideen umgesetzt werden. Aktionen für die Nachbarschaft geplant.

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„Es ist der richtige Ort und es ist die richtige Zeit“, sagt Björn Ahaus. Der Ort ist Holsterhausen, zu einer Zeit, in der viel über die Entwicklung des Stadtteils diskutiert wird. Ahaus und andere Engagierte, die über die Transition-Town-Bewegung des „Grüne Hauptstadt“-Jahres zusammengefunden haben, wollen hier ein „Fachgeschäft für Stadtwandel“ eröffnen, um einen sozialen und ökologischen Wandel im Quartier anzustoßen. Es geht ihnen um Nachbarschaft und Nachhaltigkeit.

Ein Ladenlokal hat die Gruppe noch nicht gefunden, dafür aber Unterstützer der Idee. Die Innogy-Stiftung und die Stiftung Mercator fördern das Projekt 18 Monate lang finanziell und durch ein Mentorenprogramm. „Wir sind auch schon in Gesprächen mit Hauseigentümern, aber bisher will keiner sein leerstehendes Lokal mal eben so hergeben“, sagt Stefan Kohlmann. „Wir brauchen erst mal Zeit zum Experimentieren. Das Ziel ist, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln und dann auch Miete zu zahlen. Aber ein großes Startkapital haben wir nicht.“ Der Laden soll Interessierten eine Anlaufstelle bieten, in der auch Veranstaltungen und Workshops durchgeführt werden können.

Parallel zur Standortsuche laufen die Planungen für erste Aktionen. Die Vermittlung eines Lastenfahrrads für den Stadtteil wird bereits von der Gruppe organisiert. Demnächst soll ein Solarmodul, das auf dem Balkon als kleines Kraftwerk dienen kann, verliehen werden. Das ist die ökologische Seite des Projekts.

Aktionen sollen auch auf den Straßen stattfinden

Der Nachbarschaftsladen soll außerdem Ausgangspunkt für Aktionen im Stadtteil werden. „Holsterhausen hat es nicht dringend nötig, dass sich etwas ändert, aber hier gibt es das Potenzial“, sagt Ahaus. „Wir wünschen uns mehr Urbanität, mehr Leben auf der Straße. Es kommen ja schon mehr junge Leute, mehr Familien.“ Die bräuchten Raum zur Begegnung. Nicht nur im geplanten „Fachgeschäft für Stadtwandel“, sondern auch bei Aktionen auf den Straßen. „Man wird uns im Stadtteil sehen“, kündigt Kohlmann an. „Auch lösgelöst vom Laden, denn wenn es in Richtung Frühling geht, können wir auch spontane Sachen auf dem Kirchplatz machen.“

Im vergangenen Jahr trat die Gruppe in Holsterhausen bereits in Erscheinung, verwandelte beim „Parking Day“ auf einer Länge von rund 200 Metern Parkplätze auf der Savigny­straße zu Picknick-Fläche, Spielplatz, Treffpunkt. „In anderen Städten werden regelmäßig Straßen gesperrt, um temporäre Spielstraßen zu schaffen. Damit wäre für Eltern schon viel gewonnen“, sagt Kohlmann. In Holsterhausen sei das keine abwegige Idee. „Der schönste Treffpunkt hier ist der Markt“, erklärt Ahaus. „Dafür wird jede Woche die Gemarkenstraße gesperrt.“

>>> Lastenrad kostenlos leihen

Das Lastenrad, das in Holsterhausen stationiert ist, kann über www.essener-lastenrad.de gebucht werden. Die Nutzung ist kostenlos. Auf der Website können auch Lastenräder in anderen Stadtteilen reserviert werden.

Kontakt zum „Fachgeschäft für Stadtwandel“ über die Adresse
info@transitiontown-essen.de.

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