Zerstörungen

Immer wieder Vandalismusschäden in der Kettwiger Altstadt

Säuberlich mit einer Säge abgetrennt wurde an den Pfingstfeiertagen eine Planke dieser Sitzbank am Mühlengraben in Essen-Kettwig.

Säuberlich mit einer Säge abgetrennt wurde an den Pfingstfeiertagen eine Planke dieser Sitzbank am Mühlengraben in Essen-Kettwig.

Foto: Daniel behmenburg

Essen-Kettwig  Unbekannte haben Müllkörbe am Mühlengraben umgetreten. Aus einer Holzbank wurde eine Latte abgesägt. Kettwiger Bürger sind entsetzt.

. Zerbrochene Flaschen, eingetretene Zäune, umgeworfene Abfallbehälter plus Müll, zerstörte Infotafeln, beschmierte Mauern und Hauswände: Fast nach jedem Wochenende finden Kettwiger Bürger zumeist am Mühlengraben und in der Nachbarschaft an der Ruhr diese und andere Schäden vor. Und die Volksseele kocht jedes Mal angesichts des Vandalismus, entlädt sich in den sozialen Medien.

So auch wieder nach den Pfingsttagen. Unbekannte hatten drei Müllbehälter an der Grünfläche am Mühlengraben umgetreten. Die Körbe hingen schief, der Abfall verteilte sich im Gras. Aus einer Holzbank wurde eine Latte abgesägt und weggeworfen. Die Rettungslatte am Teich wurde entwendet (sie gilt allerdings schon länger als vermisst).

Engagierte Bürger räumen immer wieder auf

„Ich habe bei den Pfadfindern viel gesägt, aber so akkurat wie bei dieser Bank habe ich das nicht hingekriegt“, sagt Daniel Behmenburg, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung IX und Anwohner der Ruhrstraße, mit ironischem Unterton. „Schade. Macht irgendwann alles keinen Spaß mehr“, meint er angesichts von so viel Zerstörungswillen einiger Zeitgenossen. Oft genug haben er und andere engagierte Bürger der Ruhrstraße vieles wieder in Ordnung gebracht: Müll eingesammelt, gefegt, und unter anderem nach dem Halloweenfest vergangenes Jahr verschiedene Nazi-Schmierereien in der Altstadt entfernt.

Papierkörbe sind wieder gerichtet und funktionieren

Die Reparatur der Bank werde wohl noch etwas dauern, erklärt Behmenburg. Auch einige der Infotafeln des Heimat- und Verkehrsvereins am Historischen Pfad Kettwig müssen noch ersetzt werden (sie waren Mitte Mai zerstört worden). Die Papierkörbe am Mühlengraben jedoch sind wieder gerichtet, wie Bettina Hellenkamp, Sprecherin der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE), mitteilt.

Im Auftrag des städtischen Amtes für Straßen und Verkehr reinigen die EBE-Mitarbeiter am Mühlengraben dreimal wöchentlich die Grünflächen und befreien sie von Abfall. Am Dienstag bemerkten sie die defekten Körbe und informierten die Stadt. „Am Donnerstag erhielten wir von dort den Hinweis, dass alles wieder repariert sei“, so Hellenkamp.

Jugendhilfe benachrichtigt: Weitere Vergehen verhüten

Dieser Schaden ist zwar Geschichte, weiteren verhüten möchten die Kettwiger am liebsten auch. Daniel Behmenburg berichtet, dass er nicht nur die Polizei über die jüngsten Vorfälle informiert hat, sondern auch die Jugendhilfe der Stadt. Kettwig habe sicher keine sozialen Brennpunkte wie der Norden der Stadt, „meine Hoffnung ist trotzdem, dass sich von dieser Seite etwas bewegen lässt.“

Die Polizei hat den Bereich an der Ruhr und die Kettwiger Altstadt seit den Vorkommnissen nach Halloween 2018 verstärkt im Visier: Bezirksbeamte zeigen hier (ebenso wie in Werden auf der beliebten Brehminsel) vor allem an den Wochenenden Präsenz, teilt ein Polizeipressesprecher auf Nachfrage dieser Zeitung mit. „Die Jugendlichen fallen zwar auch durch Sachbeschädigungen, mehr aber durch Pöbeleien und lautstarkes Verhaltens auf. Wir fahren die Null-Toleranz-Linie und erteilen auch Platzverweise.“ Gleichwohl sei das Jugendamt der Stadt bei dieser Strategie mit im Boot.

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