Kirchenjubiläum

Im Schafstall begann Geschichte von St. Maria Rosenkranz

Seit 150 Jahren besteht die Kirchengemeinde St. Maria Rosenkranz an der Haus-Berge-Straße: Pfarrer Benedikt Ogrodowczyk (links), Diakon Thorsten Schrüllkamp und Pastor Peter Kroschewski (3. v. l.) feierten mit den Messdienern und der Gemeinde das Jubiläum.

Seit 150 Jahren besteht die Kirchengemeinde St. Maria Rosenkranz an der Haus-Berge-Straße: Pfarrer Benedikt Ogrodowczyk (links), Diakon Thorsten Schrüllkamp und Pastor Peter Kroschewski (3. v. l.) feierten mit den Messdienern und der Gemeinde das Jubiläum.

Foto: Carsten Klein

Essen-Bochold.   Eng mit der Industrialisierung des Essens ist die Kirchengemeinde St. Maria Rosenkranz verbunden. Jetzt feierte sie ihr 150-jähriges Bestehen

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Wenn eine Kirchengemeinde Aufstieg und Niedergang des Ruhrgebiets als Bergbau- und Industrieregion hautnah begleitet hat, dann ist es St. Maria Rosenkranz in Bochold. An der Haus-Berge-Straße begann vor 150 Jahren die Geschichte der katholischen Gemeinde, ausgerechnet in einem Schafstall des damals noch ländlich geprägten Essener Nordens. Obwohl in fünf Jahren das Ende der gotischen Kirche als Sakralraum droht, feierte die Gemeinde am Wochenende ihr Jubiläum in einem feierlichen Hochamt, allerdings ohne Bischof Franz-Josef Overbeck.

Mit dem Bau der Köln-Mindener-Eisenbahn im Jahr 1847 durch das Emschertal begann der industrielle Aufschwung. Er lockte tausende von Arbeitern und Familien in die Region, die Arbeit in den Zechen sowie in der Eisen- und Zinkhütte fanden. Kirchenvorstand Rüdiger Rehm schilderte die Anfänge von St. Maria Rosenkranz. Ihre Geschichte begann mit der Einrichtung eines Pfarrrektorats in Bergeborbeck durch Pfarrer Legrand von St. Dionysius.

Elisabeth-Schwestern halfen der jungen Gemeinde

1868 überließen dann die Elisabeth-Schwestern, die im Gut Haus-Berge ein Waisenheim und ein Krankenhaus einrichteten, der Gemeinde den einstigen Schafstall des Schlosses.

Am 14. September 1868 wurde hier die erste katholische Kirche eingeweiht. Das Provisorium hielt 20 Jahre, bis die bitterarmen Arbeiter 100 000 Goldmark für den Bau einer richtigen Kirche gesammelt hatten. Dem neugotischen Bauwerk fehlten – aus Geldmangel – anfangs die Türme. Die feierliche Einsegnung fand am 18. November 1888 statt. Gut ein Jahrzehnt später konnten dann auch die beiden markanten Türme mit Geläut errichtet werden.

In ihrer Hochzeit vor dem Zweiten Weltkrieg zählte St. Maria Rosenkranz 9000 Gläubige. Davon kann sie heute nur noch träumen. „Der Stadtteil hat sich nicht so gut entwickelt, die Anzahl der Gemeindemitglieder ist auf 2600 geschrumpft“, bedauerte Pastor Peter Kroschewski. Trotzdem konnte sie sich 1994 unter Pfarrer Arno Sassen, der mit viel Applaus begrüßt wurde, der Traum von einem eigenen Pfarrzentrum erfüllen.

Heute ist von Aufbruchstimmung wenig zu spüren. Männervereine wie Kolping und KAB gibt es nicht mehr, die St. Barbara Schützengilde ist im Bürgerschützenverein Bergeborbeck aufgegangen, lediglich die Katholische Frauengemeinschaft kfD, DJK Wacker Bergeborbeck und der ebenfalls 150-jährige Kirchenchor sind weiterhin aktiv. Rüdiger Rehm: „Aus heutiger Sicht stellte sich schon vor 20 Jahren eine gewisse Resignation ein.“ Mit der Gründung einer Großgemeinde Dionysius hätten sich nun aber „neue Türen geöffnet“. „Man muss vielleicht einmal hindurch gehen“, empfahl der Kirchenvorstand.

>>>>>Letzte Messen in St. Thomas Morus

Abschied nehmen heißt es für die Katholiken in Vogelheim von der Kirche St. Thomas Morus, die abgerissen wird. Die kroatische Gemeinde feierte hier ihre letzte Messe. Ihre Sonntagsmessen finden künftig in St. Maria Rosenkranz statt.

Die letzte heilige Messe in St. Thomas beginnt am Sonntag, 30. September, 16 Uhr.

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