Hundertwasserhaus

Im „Ronald McDonald Haus“ finden Familien mit kranken Kindern Hilfe

Das „Ronald McDonald Haus“ am Rande des Grugaparks ist ein Hingucker.

Foto: Socrates Tassos

Das „Ronald McDonald Haus“ am Rande des Grugaparks ist ein Hingucker. Foto: Socrates Tassos

Essen.  Das Haus der McDonald’s Kinderhilfe war vergangenes Jahr fast komplett ausgelastet. Die Essener Einrichtung setzt auf Ehrenamtliche – und sucht Unterstützer.

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Auch wenn im Winter kaum etwas blüht im Grugapark, die Bäume kahl sind, gibt es doch eine Ecke, in der es immer bunt leuchtet: Am nördlichen Rand des Parks steht das Hundertwasserhaus – mit goldener Kuppel, darunter strahlendem Gelb und Rot. Es soll auch eine Abwechslung bieten im meist grauen Krankenhausalltag. Familien mit kranken Kindern, die im nahen Uniklinikum behandelt werden, finden hier ein „Zuhause auf Zeit“, wie die McDonald’s Kinderhilfe-Stiftung hofft. Nach einem schweren Wasserschaden 2016 verlief das vergangene Jahr ruhiger im Elternheim, der nächste größere Umbau steht 2019 an. Zu tun ist aber immer etwas: „Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Menschen dazu entscheiden, uns zu unterstützen“, sagt Sabine Holtkamp, die das Haus leitet.

„Wir hatten im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Belegung von 90 Prozent“, sagt Holtkamp. „Jeder Hotelier würde in die Hände klatschen. Für uns bedeutet es, dass es viele Familien mit kranken Kindern gibt.“ Die würden für eine Behandlung im Klinikum immer weitere Wege in Kauf nehmen. „Die Kliniklandschaft hat sich verändert. Es geht dahin, dass Kompetenzzentren für Erkrankungen gebildet werden.“ So erweitert sich das Einzugsgebiet – in manchen Fällen bis auf andere Kontinente.

Familien aus der ganzen Welt finden zusammen

Im „Ronald McDonald Haus“ finden diese Familien zusammen. „Vergangenes Jahr hatten wir eine Familie aus dem griechischen Zypern hier, eine aus Irland, bei der die Frau aus Polen kam, und eine deutsche Familie mit türkischen Wurzeln. Sie haben sich gegenseitig unterstützt und auch angefreundet“, erzählt Holtkamp. Zwischen all den traurigen Schicksalen gebe es immer wieder Anlass zur Freude. Das Haus sei „ein Ort zum Lachen und zum Weinen“.

In den 17 Appartements können jeweils bis zu vier Personen wohnen. So müssen Eltern nicht pendeln, auf einem Zustellbett im Krankenzimmer schlafen, Betreuung für Geschwisterkinder finden. Wenn die Familien über das deutsche Krankenkassensystem versichert sind, zahlen sie für die Übernachtungen nichts. Familien aus dem Ausland, denen in der Regel ohnehin schon hohe Ausgaben entstehen, zahlen 22,50 Euro pro Nacht. „Wir halten den Betrag bewusst niedrig“, sagt Holtkamp.

Nur drei hauptamtliche Mitarbeiter sind im Essener „Ronald McDonald Haus“ beschäftigt. „Das klappt nur, weil wir ein großes Ehrenamtsteam haben. Mehr als 70 Helfer tun hier regelmäßig Dienst.“ Sie sind im Alter zwischen 20 und 87 Jahren. Immer häufiger würden sich auch Unternehmen aus der Umgebung im Rahmen von Ehrenamtstagen in der Einrichtung engagieren. „Und viele stellen inzwischen bei Feiern ein Spendenhäuschen von uns auf, anstatt sich zum Beispiel was zum Geburtstag zu wünschen.“ Diese Hilfe sei wichtig, um dann anderen Menschen helfen zu können.

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