Im Englischunterricht fallen die Würfel

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Zwölf Uhr mittags, Unterrichtsstunde der Klasse 6d des Werdener Gymnasiums: Einige Kinder laufen durch den Klassenraum, an den Tischen haben sich kleine Gruppen zusammengeschlossen – überall geht es fröhlich und laut zu. Ein normaler Englischunterricht sieht anders aus. Und in der Tat: Hier dürfen die Schüler genau das tun, was sonst während des Unterrichts verboten ist: Spielen und laut sein - Teil des Englisch-Plus-Kurses unter Leitung von Lehrerin Sandra Kolip.

Die Regeln geben die Schüler vor

Statt Vokabeln an die Tafeln zu schreiben oder Texte aus einem Buch vorzulesen, lernen die Schüler die Fremdsprache auf spielerische Art und Weise. In kleinen Gruppen gestalteten die Jungen und Mädchen eigene Brett- und Gesellschaftsspiele. Dafür haben sie die Regeln geschrieben, die Spielbretter gestaltet und sich die Handlungen der Spiele selber ausgedacht.

Und weil es sich eben doch um einen Englischunterricht handelt, erfolgt auch alles auf Englisch. Dass „to miss a turn“ „eine Runde aussetzen“ bedeutet oder „throw the dice“ „den Würfel werfen“ heißt, lässt sich angewandt eben einfacher einprägen. „So verlieren die Kinder die Scheu vor der Sprache“, weiß Lehrer Karsten Brill von anderen, ähnlichen Projekten.

Aber nicht nur das, denn auch der Kreativität wird viel Freiraum geboten. „Es ist wirklich bemerkenswert, was sich die Schüler alles haben einfallen lassen. Bekannte Spiele haben sie mit neuen Ideen gemischt“, lobt Sandra Kolip ihre Schützlinge.

So haben zum Beispiel Julia, Anna, Armin und Silas eine Version von „Monopoly“ neu aufgelegt: „Berlin Shopping“. Und gewonnen hat in diesem Fall, wer am Ende die meisten Sachen in der Metropole eingekauft hat. „Immer nur Bahnhöfe oder Straßen kaufen, ist ja irgendwann langweilig“, begründet Silas die Idee der Gruppe.

Besser als den üblichen Unterricht finden die Schüler das Projekt allemal. „Das ist das beste, was wir bislang gemacht haben“, so Vincent, der gerade „Colour Mix“ spielt – eine neue Version von „Activity“.

Mit sechs Unterrichtsstunden sind die Zusatzstunden für kreative Projekte jetzt aber - zum Bedauern der Schüler – erst einmal abgeschlossen. Bald geht es wieder mit dem normalen Unterricht weiter - und auch Klassenarbeiten stehen an.

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