Konjunktur

IHK-Umfrage zeigt: Essener Wirtschaft in bester Stimmung

In der Essener Wirtschaft brummt es.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

In der Essener Wirtschaft brummt es.

Essen.   Die IHK fragte Essener Firmen nach ihrer Lage und erhielt so viele gute Antworten wie nie. Das Fachkräfteproblem jedoch könnte zur Bremse werden.

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Datenschutzverordnung, Brexit, drohender internationaler Handelskrieg: Eigentlich gäbe es derzeit genügend Themen, die den Unternehmen auch in Essen die Stimmung vermiesen könnten. Aber die Wirtschaft in der Stadt steht ausgesprochen robust da, wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Essen zeigt, zu deren Zuständigkeitsbereich die MEO-Region mit den Städten Essen, Mülheim und Oberhausen zählt.

Mehr als 55 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten demnach ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit gut. „Das ist ein absoluter Spitzenwert. Seit der ersten Erhebung vor 50 Jahren hat es noch nie so viele Gut-Antworten gegeben“, sagte IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel am Montag bei der Präsentation der Umfrageergebnisse.

Aussichten der Essener Unternehmen sind auch weiterhin positiv

Auch wenn die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute zuletzt die Wachstumsprognosen für Deutschland herunterschraubten, sind die Aussichten in der Region nach Lesart der IHK weiter gut. Immerhin zwei Drittel der Unternehmen nämlich gehen davon aus, dass sich ihre Lage in den kommenden Monaten nicht verändern wird. „Die Wirtschaft in der Region präsentiert sich stabil“, sagte Kruft-Lohrengel.

Risiken für die kommende Entwicklung sieht die IHK allerdings in dem wachsenden Fachkräftemangel. Dieser könnte zur „Wachstumsbremse“ werden. Immerhin jedes zweite Unternehmen in der MEO-Region melde inzwischen Personalengpässe. Nach Einschätzung von Experten ist der Fachkräftemangel in der Region allerdings noch nicht so ausgeprägt, dass Stellen gar nicht mehr besetzt werden könnten, aber es dauere zum Teil deutlich länger, bis die Unternehmen einen passenden Mitarbeiter gefunden hätten. Sorge bereitet der IHK auch die Ausbildungssituation.

Die Unternehmen setzen bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung deshalb verstärkt auf das Thema Familienfreundlichkeit. Fast 38 Prozent der befragten Unternehmen bieten bereits Gleitzeit an, jedes dritte ermöglicht Sonderurlaub und die Arbeit im Home Office. Weniger verbreitet sind dagegen Teilzeitausbildung, Teilzeit für Führungskräfte und Job Sharing. Auch die Industrie- und Handelskammer selbst will dafür ein Zeichen setzen und sich noch in diesem Jahr als familienfreundliches Unternehmen zertifizieren lassen, kündigte Kruft-Lohrengel an.

„Datenverordnung ist zu streng“

Harsche Kritik übte die Kammer unterdessen an der neuen Datenschutzgrundverordnung. Zuletzt seien bei der IHK „hunderte“ Anfragen kleinerer Unternehmen eingegangen, aus denen eine große Verunsicherung deutlich wurde. „Das Bewusstsein für den Umgang mit Daten zu schärfen, ist wichtig. Aber gerade kleine Unternehmen sind damit überfordert. Die Regelungen der Datenschutzgrundverordnung sind für sie zu streng“, stellte Kruft-Lohrengel klar. Die IHK setzt deshalb darauf, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden zunächst Milde walten ließen.

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