Hundeschwimmen

Hunde beenden die Badesaison im Grugabad

Jack-Russel-Hündin Peppermint (5) schwamm nicht nur begeistert, sie apportierte auch ihren Gummi-Leuchtturm aus dem Nichtschwimmerbecken im Grugabad.

Jack-Russel-Hündin Peppermint (5) schwamm nicht nur begeistert, sie apportierte auch ihren Gummi-Leuchtturm aus dem Nichtschwimmerbecken im Grugabad.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Ob sportlicher Terrier oder betagter Golden Retriever: Rund 220 Hunde planschen im Grugabad. Schmuddelwetter schreckt Halter nicht ab.

Bis zu den Knien watete Dorothea Ferdyan mit hochgekrempelten Jeans ins Wasser und versuchte, ihrem Einstein das Bad im 25 Grad warmen Wellenbecken schmackhaft zu machen. Aber der junge Dalmatiner (18 Monate) traute dem Braten nicht so recht und bewegte sich nur vorsichtig ins kühle Nass. „Er steht eigentlich mehr auf kleine Pfützen, muss sich erstmal ans Schwimmen gewöhnen“, sagte die 46-Jährige, die mit ihrem Hund zum Ende der Badesaison ins Grugabad gekommen war.

Zum vierten Mal lud das Grugabad vierbeinige Gäste zur großen Planschparty ein. Trotz des herbstlichen Schmuddelwetters waren über 220 Hunde gekommen.

Besitzer kamen in Gummistiefeln und Regenjacken

Immer wieder warfen ihre Besitzer – ausgestattet mit Gummistiefeln und dicken Regenjacken – Bälle, Frisbees oder Gummitierchen ins Wellen- und Nichtschwimmerbecken. Und ihre Lieblinge flitzten unermüdlich hinterher. So wie die quirlige Jack Russel-Hündin Peppermint (5), die unzählige Male ihren rot-weißen Minileuchtturm apportierte. Wenige Meter entfernt nutzte Lotti (6) den Tag, um ihre sozialen Kontakte aufzufrischen. Dabei eroberte die verspielte Foxterrier-Mischlingsdame mit dem knallroten Gummiball im Sturm das Herz von Schäferhund Tobi (7) und diversen anderen Rüden.

Zu den ältesten Besuchern im Grugabad gehörte Atos. Der 13-jährige Golden Retriever leidet unter starker Arthrose und hat auch Probleme mit den Hüften. Besitzerin Katharina Plutecki (34): „Baden ist für ihn wie eine Art Krankengymnastik im Wasser.“

Dieses bestätigt auch Tierarzt Jörg Schwenke. Der Siegerländer setzte sich schon frühzeitig für Veranstaltungen im Bereich Hundeschwimmen ein: „Was für den Menschen gut ist, hilft auch dem Hund. Er hat Bewegung, ohne dass der Gelenkapparat beansprucht wird. Das entlastet besonders solche Tiere, die nach Operationen ihre Muskeln schonend trainieren müssen oder wegen Arthrose schlechter laufen.“

Flacher Kleinkinderbereich für Welpen geöffnet

Mit derartigen Gebrechen plagt sich die kleine Frida noch nicht. Die Terrier-Mischlingshündin, gerade mal fünf Monate alt, machte ihre ersten Planschversuche und kuschelte sich anschließend in ein weiches Frotteehandtuch auf dem Arm von Joey Schulz (27). Die Essener Intensivschwester: „Frida stammt aus Rumänien. Mir ist wichtig, dass sie mit anderen Hunden gut sozialisiert wird.“

Damit auch die Jüngsten entspannt ihr Badevergnügen genießen konnten, erwartete sie das passende Becken. Thomas Schulte (48), Vize-Betriebsleiter im Grugabad: „Neben Wellen- und Nichtschwimmerbecken haben wir den sehr flachen Kleinkinderbereich für Welpen geöffnet.“ Dicht blieb dagegen diesmal die große Rutsche. Schulte: „Es ist zu gefährlich, weil die Fliehkraft einen Hund auch über den Rand tragen kann.“ Dann hätte der Betroffene schnell ein Fall für die Essener Tierrettung – mit drei Mitarbeitern anwesend – werden können.

>>ENDE DER BADESAISON

Nach dem gestrigen Hundeschwimmtag ist die Saison im Grugabad nun beendet.

Erst im kommenden März wird das Wasser aus den Becken abgelassen, bevor diese mit Schrubbern und Spezialmaschinen wieder auf Hochglanz gebracht werden. Daher haben die Verantwortlichen auch keine Bedenken wegen der Hygiene.

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