Landwirtschaft

Hühner vom Kettwiger Mühlenbergshof leben in mobilen Ställen

Benedikt Kaschinski vor einem seiner mobilen Hühnerställe. Rundherum finden die Freilandhühner grünes Gras als Futter.

Benedikt Kaschinski vor einem seiner mobilen Hühnerställe. Rundherum finden die Freilandhühner grünes Gras als Futter.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Kettwig.  Vor drei Jahren hat Benedikt Kaschinski die Hühnerhaltung auf dem Mühlenbergshof in Kettwig umgestellt. So geht es seinen Legehennen.

Am Rande der Laupendahler Landstraße, ziemlich in der Mitte zwischen Kettwig und Werden, hat Landwirt Benedikt Kaschinski seine Vision von einer artgerechten Freilandhaltung für Hühner verwirklicht. Und wer auf der Autofahrt ein wenig das Tempo drosselt, kann die Legehennen beim Picken auf der Wiese beobachten und feststellen: Die haben tatsächlich viel Platz.

Und nicht nur das: Das Federvieh erkennt anscheinend seinen Besitzer. Wenn Kaschinski das Grün betritt, eilen die Hühner gleich in Scharen herbei und lassen sich auch gerne mal von ihm auf den Arm nehmen. „Die merken, dass es ihnen hier gut geht, die sind total entspannt“, sagt der 41-Jährige – und lächelt. „Wenn ich nach der Arbeit Entspannung brauche, fahre ich von der Oefte mit dem Traktor hier runter und schaue den Hühnern zu. Da kommt man total gut runter.“

Vor drei Jahren hat er die Hühnerhaltung umgestellt

Vor drei Jahren hat Benedikt Kaschinski angefangen, die Hühnerhaltung auf dem Mühlenbergshof in der Oefte umzustellen. Zunächst mit einem transportablen Stall auf der Wiese. Es folgten schnell zwei weitere. „Inzwischen haben wir wieder zwei kleine Ställe verkauft und zwei große hinzubekommen“, erzählt er.

Knapp 900 Legehennen bewohnen die drei mobilen Wagen, die im Sommer alle zwei Wochen und im Winter (je nach Wetterlage) alle drei bis vier Wochen ein paar Meter weiter auf der Wiese aufgestellt werden. „So haben die Hühner immer frisches Gras rund um den mobilen Stall“, betont der Landwirt.

Investition in eine artgerechte Tierhaltung

Er bewirtschaftet den Mühlenbergshof in der zweiten Generation. Landwirtschaft sei ein schwieriges Geschäft geworden. Er habe sich damals überlegt, in welche Richtung es gehen sollte und sich für die Investition in diese Art Ställe (mit Photovoltaikanlage im Übrigen) entschieden.

Die im Inneren für jedes Huhn der Rasse Lohmann brown ausreichend Platz bieten, um bequem Eier auf einem Dinkelspelz-Lager zu legen und sich ganz frei zu bewegen. Kein Stress, keine Gepicke untereinander. Im Stall gibt es dann Hennenfutter, eine Mischung aus Weizen, Soja, Erbsen und Mais. Der Tierkot wird regelmäßig über ein Laufband entsorgt. „Die Hühner sind so besser vor Krankheiten geschützt“, erklärt der Bauer. Medikamente kämen deshalb gar nicht zum Einsatz.

Der Hofladen brummt und es gibt Großabnehmer

Über eine rege Nachfrage nach seinen Freilandeiern kann sich der Kettwiger nicht beklagen. Der Hofladen brummt und auch Großabnehmer gibt es. Bei Rewe-Lenk können beispielsweise Kunden Produkte vom Mühlenbergshof kaufen. „Und wer ein belegtes Brötchen von Becker Peter isst, hat unser Freiland-Ei drauf.“ Die Großbäckerei würde gern noch viel mehr Eier abnehmen, doch da müsste Kaschinski in die Massentierhaltung einsteigen.

„Die Größe jetzt ist in Ordnung so“, sagt er und schaut versonnen auf die Legehennen. Die dann und wann die auf der Wiese verteilten Unterstände aufsuchen. Nicht wegen der Sonne. Im Herbst ist der Habicht unterwegs – und der mag eher das Hühnerfleisch als die Eier.

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