Straßenbahn-Linie 105

Hohe Tram-Einstiege nerven die Bürger in Frintrop

Für Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen ist der Eínstie in die NF1-Wagen schon beschwerlich. Die Vorgängermodelle haben einen noch deutlich höheren Einstieg.

Foto: STEFAN AREND

Für Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen ist der Eínstie in die NF1-Wagen schon beschwerlich. Die Vorgängermodelle haben einen noch deutlich höheren Einstieg. Foto: STEFAN AREND

Essen-Frintrop.   Die Kritik der Bürger an der Straßenbahnlinie 105 wächst. Der Grund: Es rollen zurzeit viele ältere Wagen. Die haben einen sehr hohen Einstieg.

Vor knapp zwei Jahren gab die Evag, die heutige Ruhrbahn, ihren modernen Niederflurwagen Stadtteilnamen. Auch Frintrop war dabei. „Doch die neue Bahn haben wir hier noch nie gesehen“, sagt Rainer W. Seck von Bürger- und Verkehrsverein Frintrop. Schlimmer als das: Auf die Linie 105 zwischen Frintrop und Rellinghausen schickt die Ruhrbahn derzeit überwiegend Wagen älteren Baujahrs, die einen extrem hohen und steilen Einstieg haben. „Eine echte Tortur für ältere Menschen, Rollatornutzer und Mütter mit Kinderwagen“, wie Rainer W. Seck klagt.

Schreiben an den Ruhrbahn-Vorstand

Der Sprecher des örtlichen Bürgervereins steht für zahlreiche leidgeprüfte Bürger, die sich in der jüngeren Vergangenheit an seinen Verein wandten, in der Hoffnung auf Besserung. „Wir pflegen hier einen engen Kontakt zu den Menschen“, erklärt Seck. Frintrop sei eben ein Dorf „und da wird man praktisch überall persönlich angesprochen“. Und so machte sich Seck zum Anwalt der Fahrgäste und schrieb an den Ruhrbahn-Vorstand. Doch die Antwort ließ auf sich warten.

Nach und nach rollen wieder NF1-Wagen

Erst auf Nachfrage dieser Zeitung kam Bewegung in die Geschichte. Wie Ruhrbahn-Sprecherin Simone Klose erklärt, sollten auf der Linie 105 eigentlich durchgängig moderne Niederflurwagen unterwegs sein. „Doch wegen unplanmäßig hoher Instandsetzungen unserer neueren Modelle des Typs NF1 kamen in Frintrop vermehrt ältere Wagen mit hohem Einstieg zum Einsatz.“ Erst nach und nach gehen die NF1-Wagen wieder auf die Strecke.

Wagenlänge bereitet Probleme im Stichgleis

Doch es gibt noch ein zweites, streckentechnisches Problem: An der Endhaltestelle Unterstraße in Frintrop befindet sich ein Stichgleis. Kommt es zu einer Störung bei einem Fahrzeug, wird dieses dort abgestellt. Die nächste Bahn fährt dann ein und über eine Weiche wieder heraus. „Momentan ist dies allerdings nur für die älteren Fahrzeuge möglich, da diese, je nach Typ zwei bis vier Meter kürzer sind als die brandneuen NF2-Bahnen“, wie Simone Klose sagt. Mitte Oktober will die Ruhrbahn das Problem lösen. Dann wird die betreffende Weiche ein Stück nach vorne gezogen, so dass künftig auch die neuen, längeren Fahrzeugtypen dort verkehren können.

Problem erkannt, Problem gelöst? Nicht ganz, denn Rainer W. Seck liegt noch etwas anderes auf der Seele: Bereits im Mai dieses Jahres wurde angekündigt, die Haltestellen der „Naturlinie 105“ zu begrünen. „Doch in Bedingrade und Frintrop ist noch immer nichts passiert“, sagt Seck.

Für Bepflanzung ist Grün und Gruga zuständig

Ein berechtigter Vorwurf, aber laut Simone Klose der falsche Adressat: „Die geplante Bepflanzung und deren Umsetzung entlang der Linie 105 liegt einzig und allein in der Verantwortung von Grün und Gruga.“ Man habe jedoch bereits die Rückmeldung vom Stadtamt erhalten, das die beiden Haltepunkte gegen Ende des Jahres auf der Agenda stehen.

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