Bunker

Hochbunker im Essener Südostviertel wird versteigert

Der Bunker im Südostviertel liegt an der Bassinstraße mitten im Wohngebiet, unweit der Steeler Straße und dem Wasserturm (links).

Foto: Daniel Roth

Der Bunker im Südostviertel liegt an der Bassinstraße mitten im Wohngebiet, unweit der Steeler Straße und dem Wasserturm (links). Foto: Daniel Roth

Essen.  Mindestgebot für das Objekt im Südostviertel: 190 000 Euro. Möglich sind Gewerbe oder Wohnungen. In Altendorf wurde ein Bunker bereits veräußert.

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Eigentümerin des Gebäudes im Südostviertel ist die Bundesrepublik Deutschland, das Grundstück misst rund 1600 Quadratmeter: Darauf steht ein Hochbunker, der am 1. Juli unter den Hammer kommt. Das Mindestgebot für den Bau, der an der Bassinstraße 36 mitten in einem Wohnumfeld nahe der Steeler Straße liegt: 190 000 Euro, sagt René Silva vom Berliner Auktionshaus Karhausen, das spezialisiert ist auf eher ungewöhnliche Immobilien wie Bahnhöfe oder Brücken und Schlösser.

Das Gebäude im Südostviertel mit knapp 1000 Quadratmeter bebauter Fläche ist der zweite Bunker in Essen, den er jetzt im Auftrag des Bundes seit rund zwei Wochen anbietet. „Die Resonanz ist gut, auch wenn schwierig zu sagen ist, was das Objekt am Ende bringt“, sagt Silva, der in Schuir aufgewachsen ist, lange in Rüttenscheid gelebt hat und zuletzt im vergangenen Jahr einen Bunker in Altendorf an den Mann gebracht hat. Ein Bauunternehmer erstand diesen.

Unterirdischer Bunker im Moltkeviertel wurde verfüllt

Für die unterirdische Bunkeranlage im Moltkeviertel hingehen fiel voriges Jahr eine andere Entscheidung: Verfüllung hieß es dort, da der Verfall der Röhren-Anlage die darüber verlaufende Moltkestraße gefährde.

Ganz anders sieht die Situation nun im Südostviertel laut Silva aus, denn der Hochbunker sei in einem guten Zustand, kein Schimmel, kein muffiger Geruch, stattdessen gute Raumaufteilung und eine Vielzahl von Möglichkeiten, beschreibt er das historische Gebäude, das als nicht beheizbar im Exposé steht. Und: Es steht im Gegensatz zu dem meisten Bunkern nicht unter Denkmalschutz, könnte also abgerissen werden.

Bunker im Südostviertel wurde 1942/43 gebaut

Erbaut wurde der Hochbunker 1942/43 mit zwei Geschossen und drei Eingängen. Vor dem Bau gibt es heute Stellplätze, darin im Erdgeschoss zahlreiche Schutzräume. Ins Obergeschoss führen zwei Treppenhäuser mit weiteren Schutzräumen. Schutz bieten vor allem auch die zwei Meter dicken Außenmauern. Die würden allerdings vor allem die Kosten wohl nach oben treiben, falls der neue Eigentümer einen Abriss plant. „Dieser ergibt wirtschaftlich wenig Sinn“, sagt Silva. Auch wenn laut Bauvoranfrage an die Stadt durchaus ein Neubau eines dreigeschossigen Wohnhauses denkbar sei.

Eine Alternative wäre eine gewerbliche Nutzung des Bunkers, möglicherweise genehmigt die Stadt dann eine Aufstockung und Wohnungen wie Penthäuser darauf, sagt Silva, der so einige Ideen für das Objekt hat. Als Indoor-Spielhalle etwa oder Proberäume für Bands würde sich der Bunker durchaus eignen. Ein Raum habe bereits die perfekten Maße zum Squashspielen, hat er herausgefunden. Grundsätzlich aber seien die Wände im Inneren nicht so dick, so dass der Grundriss bei Bedarf angepasst werden könne.

Bleiben hingegen die Außenmauern stehen, wartet auf den Käufer mit dem Hochbunker ein „Zentrum für analoges Leben“, sagt René Silva, der sein Handy darin bereits testete – vergeblich.

>>DAS BIETERVERFAHREN

Versteigert wird der Bunker im Südostviertel am Samstag, 1. Juli. Zur Teilnahme gibt es drei Wege. Wer bieten möchte, kann persönlich vor Ort in Berlin erscheinen oder sein Gebot zuvor schriftlich abgeben, erklärt René Silva. Interessierte können aber auch ihr Gebot abgeben und telefonisch live mitbieten, dann bietet vor Ort ein Mitarbeiter mit.

Weitere Informationen auf: www.karhausen-ag.de

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