Schulwesen

Herderschule: Eltern besorgt über die Schulwegsicherheit

Gefährlich: Trotz einer Ampel passierte auf der Kreuzung Leipziger Straße und Kölner Straße der Unfall. Ein Autofahrer war über Rot gefahren. Foto:Socrates Tassos

Gefährlich: Trotz einer Ampel passierte auf der Kreuzung Leipziger Straße und Kölner Straße der Unfall. Ein Autofahrer war über Rot gefahren. Foto:Socrates Tassos

Essen-Frohnhausen.   Herderschule: „Schulweg-AG“ entwickelt seit 2017 eigene Ideen, um die Gefahren für die Kinder zu minimieren. Stadt habe bislang nicht reagiert.

Nicht wenigen Eltern von Kindern der Herderschule ist gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit eine gewisse Sorge deutlich anzumerken. Was aber nichts mit der Schule an sich zu tun hat, sondern vielmehr mit den teils tückischen Wegen, die ihre Kinder nehmen müssen, um ans Ziel zu gelangen.

Ampeln, Bäume, Hecken und andere Hindernisse. Enge Straßen, noch engere Gehwege. Breite, viele und vor allem oft viel zu schnell fahrende Autos sind es, die die Mütter und Väter umtreiben und auch ihren Kindern oft Unbehagen und sogar Ängste bereiten. Deshalb riefen Friederike Behr und einige andere Anfang 2017 die „Schulweg-AG“ ins Leben und verfassten eine Art „Handbuch“ mit guten Ideen.

Ein Albtraum: Ein Kind verunglückt, weil ein Auto- oder Radfahrer nicht aufpasst. Oder das Kind selbst träumt oder ist abgelenkt. Was leider regelmäßig passiert, weil Menschen einfach Fehler machen, kann aber zumindest eingedämmt werden. Durch Regeln, die jeder kennt und befolgt. Und durch verkehrstechnische Verbesserungen, die manche Gefahren gar nicht erst heraufbeschwören.

Unfall an der Kreuzungsampel

Vor einigen Wochen erst wurde die Tochter von Katrin Martin auf dem Schulweg angefahren. „Ein Autofahrer hatte an der Kreuzung Leipziger Straße und Kölner Straße das Rotlicht missachtet“, ist die 42-Jährige noch heute froh, dass außer einigen Schürfwunden nicht mehr passierte. Das Mädchen ging bei Grün, der Unfall passierte dennoch. „Blitzer würden helfen, denn viele fahren dort viel zu schnell“, glaubt Friederike Behr, selbst Mutter eines Mädchens, das zur Her­derschule geht. „Und Blinklichter vor den Ampeln, die abbiegende Autofahrer auf die Grünphase der Fußgängerampel hinweisen.“

Es gibt viele Herderschulkinder, die diese Ampeln überqueren müssen, um zur Schule am Postreitweg zu gelangen. Und auch auf den folgenden zwei-, dreihundert Metern lauern Gefahren. Kurz vorm Haupteingang gibt’s einen Stromkasten, der den ohnehin schmalen Fußweg noch viel schmaler macht. Und dass Autos auf der ähnlich engen Straße auf den Fußweg ausweichen, komme auch regelmäßig vor. Oder die Querungshilfen, die die Stadt laut Behr für ausreichend hilfreich und sicher hält: Teils zugewachsen und meist zugeparkt, verfehlten sie schlicht ihre Wirkung.

„Laufbus“ sorgt für Entspannung

Dass die Verbesserungsvorschläge der „Schulweg-AG“ bei der Stadt bislang keine Reaktion ausgelöst hätten, macht die Eltern fast wütend. Und so bleibt ihnen derzeit nicht viel anderes, als ihre Kinder vorzubereiten und zu begleiten. Mit dem Auto bringen mag man sie aber nicht, weil das das spätere Verkehrsverhalten beeinflusse, Kontakt zu Mitschülern koste – und ohnehin schon viel zu viele Eltern ihre Kinder zu Schule karrten. So wurde die Idee vom „Laufbus“ geboren, bei dem Kinder, die von weiter her kommen, die einsammeln, die näher an der Schule wohnen. Bis alle in der Gruppe sicher alleine gehen können, wird diese von Erwachsenen begleitet.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben