Tag der Architektur

Heisinger Ehepaar öffnet sein Haus zum Tag der Architektur

Entwarf den An- und Umbau des Hauses am Stauseebogen in Heisingen: Architekt Ludger Felderhoff.

Entwarf den An- und Umbau des Hauses am Stauseebogen in Heisingen: Architekt Ludger Felderhoff.

Foto: sag

Essen-Heisingen.   Ehepaar zeigt seinen kantigen Anbau, der zur Doppelhaushälfte von 1929 im Kontrast steht. Ein Beispiel für den Ausbau kleiner Eigenheime.

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Als Thomas Schöler (32) das Haus am Stauseebogen erstmals besichtigte, fasste er seinen Eindruck in einem Satz zusammen: „Das geht gar nicht.“ Es ist wohl der Fantasie seiner Frau Stephanie (28) und ihrem Architekten zu verdanken, dass das eher kleine und enge Einfamilienhaus eine Chance bekam. Das Ehepaar kaufte die Immobilie und ließ sie mit einem modernen Anbau erweitern. Wie das Ergebnis aussieht ist, davon können sich Interessierte am Tag der Architektur, 25. Juni, selbst überzeugen.

Entstanden ist ein Kubus in Massivbauweise, der außen mit Lärchenholz verkleidet ist, erklärt Architekt Ludger Felderhoff (40), selbst Heisinger, der in seinem Büro „Elf Architekten“ in Werden arbeitet. Das Holz sei unbehandelt, so dass es im Laufe der Zeit Patina ansetzen und silberfarben erscheinen werde. Der Kontrast von Farbe und Form zu der Doppelhaushälfte aus dem Baujahr 1929 sei bewusst gewählt. So schließt sich an das Spitzdach nun der 6x10 Meter große Neubau mit Flachdach samt Dachterrasse an. Im Zuge der Baumaßnahme wurde das alte Haus gedämmt und gestrichen, beheizt wird alles über eine Luft-Wärmepumpe, erklärt Felderhoff zum Thema Energieeinsparung.

Als Boden gibt es Parkettdielen und Sichtestrich

Im Inneren liegt das Obergeschoss der beiden Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten auf gleicher Höhe, während im Erdgeschoss einige Stufen von der Küche im Altbau in das Wohnzimmer führen, das im Anbau liegt. Für die oberen Räume haben die Bauherren Parkettdielen gewählt, unten liegt Sichtestrich, der für den Laien einen unfertigen Eindruck erwecken könnte. „Das hätte noch vor zehn Jahren keiner gewählt“, sagt der Architekt zum Bodenbelag, der wie der kantige Anbau im Trend liege. In Heisingen ist der Kubus ein Beispiel für die Erweiterung der mitunter 60 bis 80 Quadratmeter kleinen ehemaligen Bergmannshäuser, von denen es zahllose gibt.

Das Haus von Thomas und Stephanie Schöler hatte bereits einen Anbau, als sie es 2015 kauften. „Der war allerdings völlig schief und zudem mit Asbest belastet“, sagt die 28-Jährige, die gebürtig aus Bonn stammt und als Lehrerin in Holsterhausen an der Gesamtschule Kunst und Mathe unterrichtet. Schnell habe festgestanden, dass sie die Immobilien umbauen werden. „Innen war alles viel zu winzig“, sagt der 32-Jährige über die Räume und die ehemals steile Treppe.

Lage des Hauses birgt viele Kindheitserinnerungen

Für ihn bedeutet sein neues Zuhause übrigens nicht nur modernes Wohnen, die Lage nahe des Baldeneysees birgt auch viele Kindheitserinnerungen. Denn für den Stahlhändler, der einige Jahre in London und auch Rüttenscheid lebte, ging es mit dem Umzug nach Heisingen wieder zurück in die Straße, in der er aufgewachsen ist und in der heute noch seine Eltern und sein Bruder leben.

Das junge Paar hat nun mit der Baumaßnahme sein Haus, das auf einem rund 750 Quadratmeter großen Grundstück liegt, auf etwa 165 Quadratmeter verdoppelt. Durch die großen Terrassentüren im Erdgeschoss („sie lassen sich alle öffnen“) gelangt nicht nur viel Licht ins Innere des Anbaus, die beiden Bewohner gelangen dadurch auch hinaus in den Garten. Darin steht die frühere Mülltonne Kopf, die mit Holz verkleidet zum Hochbeet geworden ist, in dem Peperoni wachsen.

>>TAG DER ARCHITEKTUR

Das Ehepaar Schöler öffnet sein Haus zum Tag der Architektur am Sonntag, 25. Juni. In der Zeit von 12 bis 14 Uhr sind Interessierte zur Besichtigung an den Stauseebogen 70 eingeladen.

Weitere Informationen zum Tag der Architektur, der von der Architektenkammer NRW initiiert wird, und zu weiteren Objekten in Essen unter: www.aknw.de/baukultur-in-nrw/tag-der-architektur

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