Bad-Neubau

Hallenbad Borbeck: Stadt Essen favorisiert einen Neubau

Die Tage des Borbecker Hallenbades an der Vinckestraße könnten gezählt sein. Die Stadt favorisiert einen Neubau an der Germaniastraße.

Foto: Eva Adler

Die Tage des Borbecker Hallenbades an der Vinckestraße könnten gezählt sein. Die Stadt favorisiert einen Neubau an der Germaniastraße. Foto: Eva Adler

Essen.   Für 10,3 Millionen Euro könnte in Essen ein neues Schwimmbad gebaut werden. Das wäre günstiger, als das Hallenbad Borbeck zu sanieren.

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Kaum zwei Jahre nach der Eröffnung des Hallenbades am Thurmfeld denkt die Stadt wieder über den Bau eines Schwimmbades nach. Als Ersatz für das sanierungsbedürftige Borbecker Hallenbad soll auf dem Gelände des Sportplatzes an der Germaniastraße/Ecke Jahnstraße ebenfalls ein Hallenbad gebaut werden.

Diesen Vorschlag unterbreitet die Sport- und Bäderverwaltung dem zuständigen Fachausschusses des Stadtrates, der darüber in der kommenden Woche beraten wird.

Experten veranschlagen 10 Millionen Euro für Bad-Neubau

Neubau oder Generalsanierung? Vor dieser Frage stand die Bäderverwaltung, seit die Politik sie Mitte 2016 mit einer Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Borbecker Hallenbades beauftragte. Die Antwort liegt nun vor. 10,3 Millionen veranschlagen die Bäderexperten für einen Neubau an der Germaniastraße.

Ein solcher käme die Stadt günstiger als eine Sanierung des alten Bades an der Vinckestraße, die laut Kalkulation mit 11,45 Millionen Euro zu Buche schlüge – rund 500 000 Euro teurer als ein Neubau an alter Stelle im Borbecker Ortskern.

Gleichwohl wirbt die Bäderverwaltung dafür, das neue Bad auf dem Sportplatz an der Germaniastraße zu errichten. Dort, so heißt es, wäre es eine „sinnvolle städtebauliche Ergänzung“ für ein geplantes Mehrgenerationenprojekt. Das Grundstück an der Vinckestraße könnte nach einer Änderung des Bebauungsplanes zudem versilbert werden. Der Erlös könnte zumindest einen Teil der Baukosten decken.

Neubau ist preiswerter als Sanierung

Die lägen in jedem Fall höher als erwartet. Noch 2011 war die Verwaltung von Kosten in Höhe von 4,7 Millionen Euro ausgegangen, seinerzeit wohlgemerkt für eine Sanierung des Hallenbades. Dabei habe es sich, wie es nun heißt, allerdings nur um eine „Grobkostenschätzung“ gehandelt, basierend auf den Erfahrungswerten aus der Generalsanierung des Hallenbades Nord-Ost. Der Aufwand im Borbecker Bad sei erheblich höher; allein die Instandsetzung des Stahlschwimmbeckens wäre mit 1,4 Millionen Euro zu veranschlagen.

Dann besser gleich neu bauen? „Auf Dauer wäre das mit Sicherheit preiswerter“, sagt der Vorsitzende des Sportausschusses Klaus Diekmann (CDU). Über die Finanzierung wird in der Politik aber noch zu reden sein. Bemerkenswert: Der mühsam errungene Bäderkompromiss aus 2012 wäre in jedem Fall hinfällig.

Damals ging die Politik davon aus, dass das neue städtische Bad auf dem Thurmfeld, der Umbau des Dellwiger Freibades „Hesse“ und ein saniertes Hallenbad in Borbeck für 16.9 Millionen Euro zu haben wären. Für das Borbecker Bad waren 2,6 Millionen in den Haushalt der Sport- und Bäderbetriebe eingestellt worden. Woher das fehlende Geld kommen soll, bleibt abzuwarten.

Im Laufe des kommenden Jahres soll der Sportbetrieb vom Platz an der Germaniastraße zur Prinzenstraße verlagert werden. Zu einem möglichen Baustart äußert sich die Verwaltung nicht. Auch für den neuen Standort müsste zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

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