Naturwissenschaften

Gymnasiasten begeistern Grundschüler in Essen für Technik

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Der Gymnasiast Florian (Mitte, 19) zeigt den Grundschülerinnen Sophia (li., 9) und Sarah (re., 9)  ein Schaltkreis-Experiment.

Der Gymnasiast Florian (Mitte, 19) zeigt den Grundschülerinnen Sophia (li., 9) und Sarah (re., 9) ein Schaltkreis-Experiment.

Foto: Thuy-An Nguyen

Essen-Rüttenscheid.   Das Helmholtz-Gymnasium in Essen-Rüttenscheid engagiert sich seit fünf Jahren in der so genannten „Mint“-Förderung. Grundschulen profitieren.

Nicht um bloßen Unterricht geht es, sondern um nichts Geringeres als Begeisterung: Die soll geweckt werden – für naturwissenschaftliche Fächer, für Technik und Informatik, für Naturwissenschaften und Mathe. Seit genau fünf Jahren kooperiert das Rüttenscheider Helmholtz-Gymnasium mit vier Grundschulen, um Viertklässlern auf den Geschmack von „Mint“ zu bringen, den eben genannten Fächern.

Am Dienstag waren wieder Viertklässler der benachbarten Andreasschule im Helmholtz-Gymnasium, um an elf Stationen alles über den elektrischen Strom zu lernen: Mit Bausteinen, die an „Duplo“-Lego erinnern, bauten die Kinder Schaltkreise und brachten so Glühbirnen zum Leuchten, betrieben ein Solar-Radio oder lernten, dass Strom auch gefährlich ist: „Ich greife nicht in eine Steckdose“ war so ein Satz, den es, aufgeschrieben auf Papier, auszuschneiden und aufzukleben galt. „Mint“-Experimente am Helmholtz-Gymnasium machen außerdem regelmäßig Kinder der Stifts-, Theodor-Heuss- und Cranachschule.

„Wir wollen Grundschüler so früh wie möglich im ,Mint’-Bereich fördern“, sagt Marcel Szünstein, der am Helmholtz die Fächer Technik, Informatik und Chemie unterrichtet. „Weil wir die Expertise und die Ausstattung dafür haben, ist die Kooperation mit den Grundschulen vor fünf Jahren ins Leben gerufen worden.“ Maßgeblich beteiligt war das „zdi-Zentrum“ („Zukunft durch Innovation“), ein Netzwerk aus Schulen und Wirtschaftsverbänden, das sich für Naturwissenschaften stark macht.

Einziger Technik-Leistungskurs in der Stadt

Das Helmholtz-Gymnasium ist das einzige stadtweit, das gemeinsam mit dem benachbarten Maria-Wächtler-Gymnasium Technik-Leistungskurse in der Oberstufe anbietet. „Die Schüler nehmen danach oft ein Ingenieurstudium auf“, berichtet Waldemar Nowak, Lehrer am Helmholtz. Viele Jahrgänge mit sehr geringen Abbrecherquoten. Und dass der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, sondern zum Beispiel auch mit Licht gewonnen werden kann – was die Grundschüler beim Solar-Radio eindrucksvoll zu sehen bekamen –, ist womöglich der Anfang einer Laufbahn in den Naturwissenschaften.

Die Oberstufenschüler, die die Grundschüler bei den Experimenten anleiten, wurden am Helmholtz zu „Mint-Botschaftern“ ausgebildet – und machen häufig bei naturwissenschaftlichen Wettbewerben mit: „Wir sind stolz darauf, zuletzt zweimal bei bundesweiten Ausscheidungen den ersten Platz belegt zu haben“, berichtet Nowak.

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