Gruppenvergewaltigung

Gruppenvergewaltigung im Ruhrgebiet: 19-Jähriger gesteht

Die V. Jugendstrafkammer am Landgericht Essen befasst sich mit dem Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet.

Die V. Jugendstrafkammer am Landgericht Essen befasst sich mit dem Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen/Gelsenkirchen.  Neue Wendung im Fall der Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Ein weiterer Angeklagter hat am Dienstag vor Gericht gestanden.

Im Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung gibt es ein weiteres Geständnis. Der 19 Jahre alte Gelsenkirchener Gianni H. räumte am Dienstag in einer von Verteidigerin Regina Klose vorgelesenen Erklärung den in der Anklage dargestellten Sachverhalt ein. Volker Uhlenbrock, Vorsitzende der V. Jugendstrafkammer am Landgericht Essen, sprach von einer neuen Wendung.

Vorgeworfen wird den fünf jungen Männern aus Gelsenkirchen, zwischen 2016 und 2018 in insgesamt sieben Fällen 16-jährige Mädchen ins Auto gelockt und vergewaltigt zu haben. Sie sollen ihnen unter einem Vorwand das Handy abgenommen haben und mit ihnen in abgelegene Waldgebiete in Essen gefahren sein. Dort hätten die jungen Frauen abwechselnd mit den 17 bis 24 Jahre alten Männern verkehren müssen. Seit dem 13. Juli verhandelt die Kammer.

Die anderen Angeklagten baten um Bedenkzeit

Direkt zu Beginn hatte Nuri E. (20) die Taten eingeräumt. Seinen Haftbefehl hatte das Gericht gegen eine Kaution außer Vollzug gesetzt. Vielleicht hatte Gianni H. darin ein Signal gesehen, dass die Richter bei einem Geständnis auch milde reagieren können.

Richter Uhlenbrock fasste "den Kern" der bisherigen Geständnisse am Dienstag zusammen: "Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet, um Mädchen zum Sex zu zwingen." Ob vor diesem Hintergrund die aus vorläufiger Sicht der Kammer nicht geständigen Angeklagten Enrico F. (24) und Dean Martin L. (19) ihre Aussage korrigieren wollten, fragte er diese. Er wies darauf hin, dass nicht mehr viel Zeit verbleibe. Denn eigentlich könne die Kammer am Dienstag die Beweisaufnahme schließen. Der Prozess würde dann mit den Plädoyers fortgesetzt.

Ob es wirklich so weit ist, bleibt fraglich. Die angesprochenen Angeklagten baten um Bedenkzeit, um sich mit ihren Verteidigern zu besprechen.

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