Mediengruppe

Grundstein der neuen Funke-Zentrale in Essen gelegt

Das Univiertel in Blickrichtung Innenstadt mit den neuen Wohnhäusern im linken Vordergrund und der Funke-Baustelle in der rechten Bildmitte entlang der Segerothstraße. Vom Medienturm vor Kopf ist bereits die kreisrunde Baugrube zu erkennen. Direkt oberhalb schließt dann das Einkaufszentrum Limbecker Platz an.

Foto: www.blossey.eu

Das Univiertel in Blickrichtung Innenstadt mit den neuen Wohnhäusern im linken Vordergrund und der Funke-Baustelle in der rechten Bildmitte entlang der Segerothstraße. Vom Medienturm vor Kopf ist bereits die kreisrunde Baugrube zu erkennen. Direkt oberhalb schließt dann das Einkaufszentrum Limbecker Platz an.

Essen.   Im Uni-Viertel entsteht die neue Zentrale der Funke-Mediengruppe. Bei der Grundsteinlegung betont Geschäftsführer Michael Wüller: „Wir investieren da, wo unsere Wurzeln sind.“

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Die Bauarbeiten sind seit einigen Monaten im Gang, am Montag nun wurde feierlich der Grundstein gelegt: Die Unternehmenszentrale der Funke-Mediengruppe, in der auch die Zeitungen WAZ und NRZ erscheinen, entsteht neu im Univiertel, sie ist gleichzeitig dort der bauliche Schlussstein. Eine der großen stadtplanerischen Erfolgsstorys in der jüngeren Essener Geschichte ist damit komplett.

„Wir investieren in Essen, im Herzen dieser Stadt, in der auch unsere Wurzeln sind“, betonte Michael Wüller, neben Manfred Braun Geschäftsführer der Funke-Mediengruppe, in seiner Ansprache. Klarer könne das Bekenntnis zum Standort Essen und zur Region Ruhrgebiet nicht sein.

Thomas Kufen: „Modern, aber nicht modisch und nicht protzig“

So sah es auch Oberbürgermeister Thomas Kufen, der von einem „besonderen Moment“ für die Stadt und für ihn persönlich sprach. So wie der letzte Stein in einem Puzzle ein Anlass besonderer Freude sei, so gehe es ihm mit diesem Projekt. Kufen hob nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung der Funke-Mediengruppe für Essen hervor, er zeigte sich auch beeindruckt von der Philosophie des architektonischen Entwurfs, der bewusst eine noch größere Nähe zu Lesern, Hörern und Anzeigenkunden der Essener Medien sicherstellen will. Wüller skizzierte sie so: „Modern, aber nicht modisch und vor allem nicht protzig“. Man werde sich als guter Nachbar präsentieren, offen und zugewandt den Mediennutzern gegenüber.

Veranstaltungsräume und Leserforen im langgestreckten Hauptgebäude entlang der Segerothstraße werden diesen Anspruch ebenso repräsentieren wie eine typische Ruhrgebiets-Institution: der Kiosk. Eine der guten alten „Buden“ entsteht im Erdgeschoss des zweiten, kleineren Gebäudes, dem zentral am Platz liegenden, sechsgeschossigen Medienturm. Er wird gleichzeitig so etwas wie das architektonische Ausrufezeichen des gesamten Univiertels sein.

Rund 80 Millionen Euro Investitionssumme

„Schuster haben manchmal die schlechtesten Schuhe“, sagt Wüller und spielte auf den alten Verlagskomplex an der Friedrichstraße an, der über Jahrzehnte immer wieder erweitert wurde, was die Arbeit dort nicht immer einfach machte. Funke wolle den über 1000 Mitarbeitern am Standort Essen auf rund 37 000 Quadratmetern nun optimale Bedingungen bieten, offene Räume, wie es sich für ein Kommunikationsunternehmen gehört. Hinzufügen darf man aus Sicht der Redaktion: Am Berliner Platz, an einem der pulsierenden Orte dieser Stadt, sind die Mitarbeiter der Zeitungen, des Lokalradios und der Onlineportale genau am richtigen Ort.

Die neue Zentrale wird übrigens nicht Funke selbst gehören. Wie heute üblich, baut mit der Deutschen Anlagen Leasing (DAL) ein Investor, Funke mietet dann an. „Das Ruhrgebiet ist darauf angewiesen, dass Unternehmen hier investieren“, sagte DAL-Geschäftsführer Kai Eberhard. Tatsächlich leistet Funke mit der Wahl des Standorts einen substanziellen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Innenstadt und der nördlich anschließenden Quartiere. Rund 80 Millionen Euro beträgt die Investitionssumme, nach jetzigem Stand ist mit dem Einzug Ende 2017 zu rechnen.

Für Kölbl Kruse eine „Herzensangelegenheit“

Dass dies gelingt, hängt nicht zuletzt an zwei Essener „Jungs“: Stephan Kölbl und Marcus Kruse, Inhaber eines Projektentwicklungsunternehmens, betonten am Montag, dass dieses Vorhaben für sie ein besonderes ist: In Zeitung lesenden Elternhäusern aufgewachsen (Kölbl: „mein zweites Wort nach Mama war, glaube ich, WAZ“), betrachten es die beiden nach ihren eigenen Worten als „Herzensangelegenheit“, die gesamte Bauausführung von A bis Z zu verantworten. Und Leidenschaft ist ja keine schlechte Voraussetzung für dieses Projekt.

Der Entwurf stammt vom Wiener Architekturbüro „alleswirdgut“ und wurde im Rahmen eines Wettbewerbs ermittelt. Erfahrungsgemäß ergibt sich so eine bessere Lösung als beim Architektur-Einkauf von der Stange. Die Architekten haben einen lang gestreckten, eleganten Doppel-Baukörper ersonnen. Das optische Gestaltungskonzept beruht auf den Farbtönen Schwarz, Weiß und Silber „und lehnt sich damit an den Prozess des Druckens an“, heißt es in der Projektbeschreibung. Nach innen ins Univiertel werden drei Nebengebäude wie Finger in Richtung der angrenzenden Wohnhäuser weisen, denen der Funke-Komplex zur Segerothstraße hin auch als Lärmschutz dient.

Abgerundet wird der Außenbereich der Unternehmenszentrale durch Baumreihen, Rasenflächen, Wasserbassins und grüne Höfe, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen werden.

WAZ-Haus Friedrichstraße 2015 und 1955

Die Verlagsgebäude der Funke Mediengruppe stehen noch immer an der Friedrichstraße, wenngleich das Unternehmen seine neue Zentrale im Univiertel baut. Die Fertigstellung des "FUNKE Media office" ist für Herbst 2017 geplant. Verändert hat sich im Laufe der Jahrzehnte aber auch das alte "WAZ-Haus" an der Ecke Sachsenstraße, in dem ab 1955 die Verlagsabteilungen, Redaktionen und Abteilungen der Druckvorstufe untergebracht waren. Nicht nur die Fassade, die sich Architekt Peter Friederich Schneider ausgedacht hatte, wurde modernisiert. Eine der ersten Erweiterungen der Verlagsgebäude war die Aufstockung des Flachbaus entlang der Friedrichstraße. (Fotos: Ulrich von Born/FUNKE Foto Services, Stadtbildstelle/Fotoarchiv Ruhr Museum)

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