Ruhrpott-Kabarett

Großer Jubel und ein volles Haus beim WAZ-Ruhrpottabend

Rote Rosen zum Finale: Beim WAZ-Ruhrpottabend traf sich das Who is Who der heimischen Kabarett- und Musikszene.

Rote Rosen zum Finale: Beim WAZ-Ruhrpottabend traf sich das Who is Who der heimischen Kabarett- und Musikszene.

Foto: André Hirtz

Essen.   Kabarettisten von Jochen Malmsheimer bis Sebastian Pufpaff beim WAZ-Ruhrpottabend. Großes Programm zugunsten der Christiane-Weber-Stiftung.

So ein WAZ-Ruhrpottabend ist auch eine sportliche Angelegenheit. Nicht nur, weil sich über ein Dutzend Künstler in knapp drei Stunden auf der Bühne des Colosseum-Theaters temporeich das Mikro in die Hand geben. Wann hat man sonst auch die Gelegenheit, Unterhaltungskünstler wie Sebastian Pufpaff, Carmela de Feo oder die „Zucchini Sistaz“ beim Springen und Sackhüpfen vor großem Publikum zu erleben. Und dass nicht nur zur Freude des Publikums. Ein Teilerlös aus der Veranstaltung geht auch diesmal an die Christiane-Weber-Stiftung zur Förderung von Kindermusik.

Das biologische Ticktack als raffinierte Tangonummer

Wenn die Christiane-Weber-Stiftung ruft, sind sie alle zur Stelle. Springen sogar kurzfristig ein wie Schnellsprecher Karl Magnus Sting, der für die verschnupfte Lioba Albus ins restlos ausverkaufte Colosseum gekommen war. Angesichts der frühlingshaften Temperaturen vermutlich mit jener Übergangsjacke, die der Duisburger Kabarettist ebenso wortreich wie hyperventilierend bespöttelte.

Wenn bei Frau de Feo die Frühlingsgefühle ausbrechen, kann das schon mal in einen sehr eindrucksvollen Fruchtbarkeitstanz ausarten. Das biologische Ticktack als Tangonummer mit Charme, Schmiss und strengem Gouvernantenton: „Ich will ein Kind von dir“. So subtil und raffiniert umgarnte die Oberhausener Musikkabarettistin als Moderatorin am Sonntagabend nicht nur das begeisterte Publikum, sondern auch die vielen Kollegen auf der Bühne.

Schlag auf Schlag ging es bei der dritten Auflage des beim Publikum beliebten Formats, das auch diesmal wieder das Who is Who der heimischen Kabarettszene von Kai Magnus Sting bis Wolfgang Trepper auf einer Bühne versammelte. Politisch, literarisch, satirisch war das ein Großaufgebot – mit Sebastian Pufpaff als provokantem Querdenker und Jochen Malmsheimer als hochtourigem Vorleser. Dass sie alle kommen und dabei sogar auf ihre Gage verzichten, das macht die großartige Vernetzerin Susanne Fünderich von der Christiane-Weber-Stiftung in Kooperation mit dieser Zeitung möglich. „Der WAZ-Ruhrpottabend ist nicht nur für die Zuschauer und Künstler ein großartiges Event. Mit dem Teilerlös können wir von der Christiane-Weber-Stiftung viele tolle Kinderprojekte unterstützen und 2021 zum zweiten Mal den Kindermusikpreis ,das Weberlein’ verleihen. Wir danken allen, die den WAZ-Ruhrpottabend ermöglicht haben“, so Susanne Fünderich, die die Stiftung mit Mitstreitern zum Gedenken an die 2012 verstorbene Essener Musikkabarettistin und Kinderliedermacherin Christiane Weber ins Leben gerufen hat.

Das besondere Gemeinschaftsgefühl sorgt dabei für denkwürdige Auftritte. Wenn Carmela de Feo, die Ruhrpott-Lady in Black, Christiane Webers „Krümelmucke“-Songs wie den vom „Hahn Hönipöni“ mit dem wohl eindruckvollsten Verkräher der Musikgeschichte krönt. Oder die „Zucchini Sistaz“ mit einer Drei-Frau-Kapelle ein ganzes Bigband-Feuerwerk entzünden. Für die ganz große Klangkulisse mit sechs Mündern sorgt auch die fabelhafte A-cappella-Formation „Slixs“, die die Strahlkraft ihrer Stimmbänder ebenso gekonnt in Szene setzt wie ihre lässige Choreografie. Dass diese „Vocal Bastards“ Jazz, Pop, Soul und Bach mühelos zu einem ganz besonderen Sound vereinen, passt zu diesem abwechslungsreichen Ruhrpott-Abend, der für seine Vielstimmigkeit mit tosendem Applaus gefeiert wurde.

>>STIFTUNG FÖRDERT MUSIK FÜR KINDER

Die Christiane-Weber-Stiftung erinnert an die Essener Sängerin, Komponistin, Texterin und Musikkabarettistin Christiane Weber, die 2012 im Alter von nur 36 Jahren einer Krebserkrankung erlag.

Mit ihrem Projekt „Krümelmucke“ hat sie Kinder zum Singen, Musizieren und Bewegen animiert. Die Stiftung führt die Arbeit weiter und hat dafür sogar einen eigenen Kindermusikpreis ausgelobt.

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