Stadtverkehr

SPD und CDU skeptisch: Umweltspur in Essen könnte scheitern

Die erste  Essener „Umweltspur“ auf der Schützenbahn droht schon im Ansatz zu scheitern.

Die erste Essener „Umweltspur“ auf der Schützenbahn droht schon im Ansatz zu scheitern.

Foto: Knut Vahlensieck

essen.   Der Vorschlag der Stadt, eine „Umweltspur“ in Essen einzurichten, findet möglicherweise keine politische Mehrheit. GroKo fürchtet mehr Staus.

Kaum liegt der Plan für eine erste „Umweltspur“ in Essen auf dem Tisch, droht er schon zu scheitern. Bis zum Sommer sollte ein Beschlussentwurf vorgelegt werden. Ob es dafür dann aber eine politische Mehrheit geben wird, ist fraglich.

Beigeordnete Simone Raskob will prüfen lassen, auf der Schützenbahn zwischen Gladbecker Straße und Freiheit eine Spur für Busse und Radler zu reservieren, die möglicherweise auch von Taxis und Elektroautos genutzt werden könnte. Im Sommer 2020 könnte das Versuchsprojekt starten, mit dem die Stickoxidbelastung verringert und so drohende Fahrverbote verhindert werden sollen. Doch von der GroKo im Rat kommen erneut Bedenken.

CDU-Ratsfraktion befürchtet noch mehr Straus

Die Vorsitzenden der SPD- und der CDU-Ratsfraktion nahmen nach der Sitzung des Umweltausschusses, in der das weitere Vorgehen vorgestellt wurde, in einer gemeinsamen Presseerklärung Stellung. Die CDU-Fraktion sehe die Errichtung einer Umweltspur auf der Schützenbahn „äußerst kritisch“, so Fraktionsvorsitzender Jörg Uhlenbruch. Die Verringerung von drei auf zwei Fahrspuren würde zu „erheblichem Stauaufkommen“ führen.

Uhlenbruch sagt vor allem eine Mehrbelastung auf der Burggrafenstraße und auf dem Viehofer Platz voraus. Besonders die gemeinsame Nutzung einer Spur durch Radfahrer und Busse stößt auf Vorbehalte. „Wir fürchten gefährliche Verkehrssituationen, die insbesondere zu Lasten der Fahrradfahrer entstehen würden“, so Uhlenbruch.

Linke sieht in Umweltspur „einen guten Anfang“

SPD-Faktionschef Ingo Vogel meint zwar, dass „wir grundsätzlich mit der Verkehrswende in Essen Ernst machen müssen“. Aber: Ob die „Umweltspur“ dafür die beste Lösung wäre, sei noch nicht geklärt. Die mache nur Sinn, wenn der Verkehr flüssig laufe. „Wenn die Innenstadt am Ende unter mehr Stau leidet, ist damit niemandem geholfen – schon gar nicht der Umwelt.“

Auch das Essener Bürger Bündnis geht auf Distanz. Der Verkehrsfluss könnte deutlich beeinträchtigt werden, erklärt Ratsherr Kai Hemsteeg.

Dier Grünen sprechen sich dagegen bereits deutlich für die „Umweltspur“ aus und fordern eine möglichst schnelle Umsetzung. Auch die Linke plädiert dafür. Ratsherr Wolfgang Freye sieht in einer „Umweltspur“ auf der Schützenbahn „einen guten Anfang“, um Vorrang für den öffentlichen Nahverkehr durchzusetzen. Allerdings dürften sich Bus- und Radverkehr „nicht in die Quere kommen.“ Dafür müsse gesorgt werden. Freye: „Ob da noch Platz für Taxis und Elektroautos ist, halte ich für fraglich.“

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben