Grippewelle

Grippewelle führt zu Ausfällen im Essener Nahverkehr

Bei der Ruhrbahn kommt es wegen der akuten Grippewelle zu Ausfällen im Bahn- und Busverkehr. Die Fahrgäste müssen  derzeit mit mehr Verspätungen rechnen.

Foto: Kerstin Kokoska

Bei der Ruhrbahn kommt es wegen der akuten Grippewelle zu Ausfällen im Bahn- und Busverkehr. Die Fahrgäste müssen derzeit mit mehr Verspätungen rechnen.

Essen.   Die akute Grippewelle hat zu Ausfällen und Verspätungen im Essener Nahverkehr geführt. Die Ruhrbahn berichtet von einem hohen Krankenstand.

Die akute Grippewelle bremst abrupt die Ruhrbahn aus. Immer mehr Bahn- und Busfahrer sind krank geworden. Bis doppelt so viele Krankmeldungen in einzelnen Betriebshöfen hat der Fahrbetrieb zeitweise registriert. Die Folge: Es kommt immer wieder zu Ausfällen und Verspätungen im Bahn- und Busverkehr. Der Fahrplan gerät aus dem Takt.

Normalerweise werden die Engpässe durch private Busfahrer aufgefangen. Doch diesmal nicht. Die beauftragten Subunternehmen können kaum aushelfen. Auch bei ihnen haben sich mehr Fahrer als sonst krank gemeldet.

Damit hat die Ruhrbahn so nicht gerechnet. Bei früheren Grippe- und Erkältungswellen konnten Private wenigstens hier und da einspringen. Doch in diesen Tagen ist das Ausmaß offenbar größer geworden. Mit diesem Phänomen kämpfen nicht nur die Ruhrbahn, sondern auch andere Verkehrsgesellschaften wie die Rheinbahn in Düsseldorf.

Ungewöhnlich hoher Krankenstand

Fahrbetriebsleiter Torben Skuballa vermutet, dass die Grippewelle und ein grassierender Magen-Darm-Virus zu stark erhöhten Krankenständen unter den rund 875 Ruhrbahn-Fahrern geführt hat. Genaue Erkenntnisse dazu gibt es nicht, weil bei einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung der Grund der Erkrankung nicht angegeben wird.

Die Ruhrbahn verfügt zur Zeit über wenig Reserven und sucht eh’ neue Fahrer. Zwar sollten – wie zuletzt im September geschehen --plötzlich erhöhte Krankheitsquoten relativ schnell wieder auf das derzeit übliche Maß (etwa zwölf Prozent) fallen, so dass man für diese kurze Zeit nochgegensteuern kann. Schnellt die Zahl der Erkrankungen aber wie jetzt so hoch, dann muss die Ruhrbahn zum Rotstift greifen. „Ein Krankenstand von solchem Ausmaß ist nicht vorhersehbar gewesen“, erklärt die Sprecherin Sylvia Neumann.

Fahrer werden jeden Tag neu eingeteilt

Dem Verkehrsbetrieb bleibt nichts anderes übrig, als sich jeden Tag aufs neue irgendwie durch den Fahrplan zu jonglieren. „Unsere Disponenten bemühen sich ständig, die Lücken zu schließen“, berichtet Sylvia Neumann. Das geht nicht ohne vereinzelte Streichungen auf einigen Linien. Auch muss hier und da der Takt verlängert werden. Die konkreten Entscheidungen werden meist morgens getroffen, wenn die aktuellen Krankmeldungen vorliegen. Vor Schichtbeginn erfahren die Fahrer, auf welcher Strecken sie dann eingesetzt werden. Die Besetzung der Linien soll so erfolgen, dass die Belastungen der Fahrgäste durch Ausfälle und Verzögerungen möglichst gering ausfallen, so die Sprecherin. Auch werden Mitarbeiter aus der Verwaltung, die einen Bus oder eine Bahn fahren dürfen, gebeten, Fahrten zu übernehmen

Die Ruhrbahn hat seit Anfang März mit diesen Problemen zu kämpfen. Wann sich der Krankenstand wieder auf das normale Maß einpendelt, ist nicht absehbar.

>> BETROFFENE FAHRGÄSTE BEKOMMEN FAHRGELD ZURÜCK

Wegen der aktuellen Lage weist Ruhrbahn-Vorstand Uwe Bonan auf die Mobilitätsgarantie hin: Wartet ein Kunde länger als 20 Minuten auf seinen Bus oder seine Bahn und besteht keine alternative Fahrtmöglichkeit, dann kann er sich ein Taxi nehmen oder in einen Fernverkehrszug umsteigen. Die Fahrtkosten werden bis zu einem bestimmten Betrag erstattet.

Infos und Erstattungsantrag unter www.ruhrbahn.de, Stichwort: Mobilitätsgarantie.

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