Griechischer Abend in den „Carmen“-Kulissen

Ist das aufregend! Es geht herauf auf die Aalto Bühne, mitten hinein in die Kulissen von Hilsdorfs legendärer Carmen-Inszenierung! Kaum ist der letzte Ton der Oper verklungen, nehmen wir auf den Stühlen von Lillas Pastias Taverne Platz. Und dann kommt auch noch - Figaro!

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Ist das aufregend! Es geht herauf auf die Aalto Bühne, mitten hinein in die Kulissen von Hilsdorfs legendärer Carmen-Inszenierung! Kaum ist der letzte Ton der Oper verklungen, nehmen wir auf den Stühlen von Lillas Pastias Taverne Platz. Und dann kommt auch noch - Figaro!

Nicht ganz, diesmal erscheint Ensemblemitglied Georgios Iatrou nicht in einer seiner Rollen, sondern als Georgios Iatrou, zusammen mit zwei weiteren jungen Künstlern: Dem Pianisten Yorgos Ziavras und der Tänzerin Julia Schalitz. Wir erleben den Auftakt von Tat Ort Aalto, der jüngsten Veranstaltungsreihe des Hauses. Und lauschen dabei dem Zusammenklang von Iatrous geschmeidigem Bariton und Ziavras’ ebenso feinnervigen wie temperamentvollen Tastenkünsten, dem Schalitz’ mit ihrem ausdruckstarken Bewegungsrepertoire die dritte Dimension verleiht.

Die dargebotenen Gesangstücke gestaltet sie zu kleinen Dramen aus, fängt dabei die Stimmung der Lieder mit jeder ihrer Bewegungen ein, ebenso wie sie den Sänger selbst in ihren Tanz einbindet. Wie die beiden Mimik und Gestik aufeinander abstimmen und sich im Einklang zu Ziavras intensivem Spiel bewegen, gerät die Darbietung zum Gesamtkunstwerk.

Durch die Intimität dieses Arrangements, die unmittelbare Nähe zu den Künstlern, wähnte man sich in einem großbürgerlichen Salon der 19. Jahrhunderts - säße man nicht in Leiackers gnadenlos authentisch einer Gelsenkirchener Kneipe nachempfundenem Bühnenbild.

Wirkt das Ganze zu Anfang noch ein wenig angestrengt, verflüchtigt sich dieser Eindruck in dem Tempo, in dem die musikalische Reise an Fahrt gewinnt. Sie beginnt mit Kompositionen aus Frankreich, wo auch die rahmengebende Carmen entstand, und führt über Griechenland, die Heimat der beiden Musiker, und Italien, wo Puccinis Lieder den Pianisten inspirieren, noch einen Melodienreigen aus dessen Bohème hinzu zu improvisieren, zurück nach Spanien, dem Schauplatz der Oper.

Zu den folkloristischen Klängen von Carbonell, Alonso und Torroba gibt es schließlich kein Halten mehr: Das Publikum jubelt und fordert Zugabe. Ein verheißungsvoller Auftakt für ein hochspannendes Konzept!

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