WAZ öffnet Pforten

GOP-Führung gibt einen guten Vorgeschmack auf die Show

Wissenswertes über das GOP konnten 20 Leser im Varietétheater an der Rottstraße erfahren.

Foto: Socrates Tassos

Wissenswertes über das GOP konnten 20 Leser im Varietétheater an der Rottstraße erfahren. Foto: Socrates Tassos

Essen.   Leser konnten hinter die Kulissen des GOP-Varietés blicken, in die Geschichte des Hauses eintauchen und den Artisten beim Aufwärmen zugucken.

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Einmal auf den Brettern stehen, die bekanntlich die Welt bedeuten – das konnten 20 Leser und Leserinnen im Varieté GOP, das seine Pforten für einen Blick hinter die Kulissen öffnete.

Kurz vor der abendlichen Vorstellung ist es noch ruhig im dunklen Zuschauerraum des GOP. Lediglich eine Artistin verbiegt sich elegant und scheinbar mühelos in alle Richtungen. Auch als die 20 Leser die Bühne betreten, lässt sie sich von ihrem Aufwärmprogramm nicht ablenken. „Das ist ja schon mal ein guter Vorgeschmack für die Show“, sagt WAZ-Leserin Margret Bahr, „ich bin sehr gespannt auf heute Abend.“

Vorher gibt es aber noch eine Führung durch das ehemalige Kino in der Rottstraße, das ältere Essener als Grand Filmpalast kennen. Auf der relativ kleinen Bühne (120 Quadratmeter) erwartet Mark Brose die Gruppe: Der Leiter der Bühnentechnik ist seit der Gründung des GOP in Essen vor 21 Jahren dabei und hat schon viele Sternstunden erlebt. Aber auch manche brenzlige Situationen, in denen zum Beispiel die Technik komplett versagte und die Show nur dank schneller Reaktion und Improvisation weiterlaufen konnte. Seine Arbeit sei mehr als ein purer Job – das läge nicht nur an den eher ungewöhnlichen Arbeitszeiten, sondern auch an dem besonderen Sujet: Bühnen für ein ständig wechselndes Programm einzurichten bedeutet auch, sich mit den jeweiligen Künstlern, ihren Darbietungen und Wünschen auseinanderzusetzen. Routine komme da nie auf.

Eine Besonderheit sei auch die ungewöhnliche Raumhöhe: „Mit sieben Metern können wir richtig zaubern“, erklärt Brose den Lesern. Und dass die Höhe der Bühne exakt 99 Zentimeter betrage. „Das messe ich mehrmals jährlich aus, um mich zu vergewissern.“ Warum, erklärt der Cheftechniker im Anschluss: Ab einem Meter Höhe sei man verpflichtet, ein Geländer anzubringen. „Das würde ziemlich seltsam aussehen“, bemerkt ein Leser, „Artistik hinter einem Gitter.“

Artistik hinter Gittern wäre sicherlich auch nicht im Sinne des familiengeführten Varietéunternehmens, das seit 25 Jahren in seinen insgesamt sieben Häusern abwechslungsreiche und durchchoreografierte Shows mit Akrobatik, Jonglage, Magie und Comedy serviert. Angefangen hat alles aber schon viel früher im Georgspalast in Hannover (daher die Abkürzung GOP), erzählt Andrea Pfeiffer, zuständig für die Veranstaltungskoordination. Dort gründete Wilhelm Hirte 1948 das GOP Varieté. Das Haus etablierte sich schnell.

Doch mit der Verbreitung des Fernsehers blieben die Zuschauer aus, 1962 schloss dann der Betrieb. Erst 30 Jahre später eröffnete die Familie Grote das GOP Varieté-Theater im Georgspalast wieder. Bereits als zweites Haus kam vier Jahre später Essen hinzu, dann Münster, Bremen, Bonn, München und Bad Oeynhausen. „Wir können voller Stolz sagen, dass wir europaweit zu den größten Varietéhäusern gehören“, erklärt Andrea Pfeiffer und wirbt noch mal kräftig für den Vergnügungspalast. Die WAZ-Leser sind da längst überzeugt und wollen nur noch eines – dass der Vorhang endlich aufgeht.

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