Mordkommission

Getötete Prostituierte in Essen: Tatverdächtiger in U-Haft

Zwei Tage lang lag das Opfer der Gewalttat in der Dachgeschosswohnung dieses Hauses an der Kerckhoffstraße.

Zwei Tage lang lag das Opfer der Gewalttat in der Dachgeschosswohnung dieses Hauses an der Kerckhoffstraße.

Foto: Stefan Arend

Essen.   Nach dem gewaltsamen Tod einer Prostituierten (62) in einem Essener Privatbordell hat die Polizei einen Tatverdächtigen in Duisburg gefasst.

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Der gewaltsame Tod der Prostituierten Monika E. in ihrem Domina-Studio an der Kerckhoffstraße in Frohnhausen ist aufgeklärt: Elf Tage nach dem Kapitalverbrechen hat die Polizei einen dringend tatverdächtigen 27-Jährigen am Montagnachmittag in Duisburg festgenommen.

Seit Dienstag sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens geht von einem Mord aus und sieht das Merkmal der Heimtücke erfüllt.

Mord an Prostituierter: Opfer und Täter kannten sich wohl

Opfer und Täter kannten sich, verabredeten sich wohl nicht zum ersten Mal zum Sex gegen Geld in der Dachgeschosswohnung. Bei dem 27-Jährigen handelt es sich um einen Kunden der Prostituierten, bestätigte Jürgens. Seit wann es zu den Treffen der beiden kam, wissen die Ermittler nicht genau. Womit die 62-Jährige von ihrem Peiniger erdrosselt wurde, will Jürgens nicht preisgeben.

Bruno Masloch, der einen Steinwurf von dem Tathaus entfernt wohnt, kennt das Opfer nach eigener Aussage seit zwölf Jahren, weiß von der Prostituierten, dass sie immer genau darauf geachtet haben will, wem sie die Tür zu ihrem Studio öffnete. „Ich lasse nur die rein, die ich kenne“, habe sie ihm mehrfach versichert: „Dafür habe ich eine Kamera an der Klingel.“ Die 62-Jährige habe nie eine Andeutung gemacht, dass sie von irgendeinem ihrer Kunden jemals bedroht worden sei. „Meine Frau und ich waren für sie wie Eltern“, meint Masloch, „sie hat uns alles erzählt.“

Tote lag über 48 Stunden in der Wohnung

Die Leiche der Frau war am Montag vor einer Woche entdeckt worden, nachdem ein Freund des Opfers am selben Tag die Polizei aus Sorge alarmiert hatte, weil er seit zwei Tagen nichts mehr von Monika E. gehört und gesehen hatte. Da lag die Frau bereits tot in der Wohnung. Nach Einschätzung der Rechtsmediziner muss sie etwa 48 Stunden zuvor umgebracht worden sein.

Mehrere Tage lang untersuchte die Spurensicherung der Polizei danach den Tatort, bekam schließlich auch noch Unterstützung von Experten des Landeskriminalamtes. Die Arbeit der Ermittler war in diesem Fall besonders aufwändig, weil der mutmaßliche Mörder nicht der einzige Mann war, der an der Kerckhoffstraße ein und aus ging. „Akribische Arbeit am Tatort und zahlreiche Zeugenbefragungen“, so Polizeisprecher Lars Lindemann lenkten den Fokus der Ermittler schließlich dennoch auf den mutmaßlichen Mörder, der nach Auskunft von Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist.

Motiv hinter dem Mord bleibt unklar

Nach seiner Festnahme in seiner Duisburger Wohnung, in der der 27-Jährige getrennt von seiner Ehefrau lebte, hatte der Mann zunächst abgestritten, etwas mit dem Tötungsdelikt zu tun zu haben. Später nahm er sich einen Anwalt, um sich vor dem Haftrichter auszuschweigen. Deshalb bleibt das Motiv für den heimtückischen Mord vorerst im Dunkeln.

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