RAdfahren in Essen

Gesperrter Kruppwald: Radfahrer waren zu rücksichtslos

Ein Verbotsschild am Kruppwald.

Foto: Kerstin Kokoska

Ein Verbotsschild am Kruppwald. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Thyssen-Krupp hat nach vielen Beschwerden entschieden, den Privatwald voerst für Radfahrer zu sperren. Fußgänger fühlten sich gefährdet.

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Seit einigen Tagen ist das Radfahren im privaten Kruppwald untersagt. 18 Verbotsschilder hat das Unternehmen Thyssen-Krupp als Inhaber des Geländes in Bredeney aufgestellt. „Bei uns sind in letzter Zeit sehr viele Anrufe von Fußgängern eingegangen, die sich beschwert haben, dass Radfahrer zu schnell und oftmals rücksichtslos durch den Wald gefahren sind“, erklärt Tim Proll-Gerwe, Pressesprecher Recht und Compliance beim Konzern, die Maßnahme.

Das Vorgehen von Thyssen-Krupp hatte bei Radfahrern für erhebliche Irritationen gesorgt. Der Kruppwald oberhalb des Baldeneysees wird von ihnen rege wie gerne genutzt. Das Auf und Ab zieht auch immer wieder Mountainbiker an. Damit ist nun vorerst Schluss. Thyssen-Krupp hat die Radfahrer aus dem firmeneigenen Wald verbannt. Einige von ihnen sollen sich nämlich bei ihren Touren durch das Gelände daneben benommen und immer wieder Fußgänger gefährdet haben.

Außerdem haben sich Mountainbiker wilde Strecken im Wald angelegt. „Uns ist aufgefallen, dass abseits der Wege Sprungschanzen aufgebaut und natürlich auch benutzt werden. Wir können das Bedürfnis der Radsportler ja verstehen, haben als Privateigentümer allerdings auch eine Verkehrssicherungspflicht“, sagt Tim Proll-Gerwe.

Das Unternehmen ging einen ersten Schritt auf die Radfahrer zu und führte Gespräche, um die angespannte Situation zu entschärfen. Ohne Erfolg. „Als wir gemerkt haben, dass vereinzelte Gespräche mit Fahrradfahrern vor Ort nicht ernst genommen wurden, haben wir uns entschlossen, vorerst die Verbotsschilder aufzustellen“, erklärt Tim Proll-Gerwe.

Wie lange „vorerst“ ist und die 18 Verbots-Schilder im Kruppwald stehen werden, sei noch nicht entschieden. Für Radfahrer ist derzeit verwirrend, dass der Kruppwald über Beschilderungen und die Radkarte der Stadt in das Radwegenetz eingebunden ist und Radfahrer plötzlich vor Verbotsschildern stehen und den gesperrten Bereich umfahren müssen. Manche schieben ihr Rad durch den Wald in Bredeney. Andere ignorieren noch die neuen Verbotsschilder. Bei Thyssen-Krupp hat man indes erkannt, dass man das Aufstellen der Schilder in der Öffentlichkeit besser hätte kommunizieren können, um erste Verwirrungen zu vermeiden.

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