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Gesamtschule Süd in Essen startet 2018 doch nicht neu

War bis 1991 das „Stadtwald-Gymnasium“ und sollte 2018 neu starten: Die Gesamtschule Süd.

Foto: Kerstin Kokoska

War bis 1991 das „Stadtwald-Gymnasium“ und sollte 2018 neu starten: Die Gesamtschule Süd. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Beschlossen, auch wenn es offiziell noch niemand bestätigen will: Der für 2018 geplante Neustart der Gesamtschule Süd in Stadtwald fällt aus.

Die an kuriosen Wendungen reiche Geschichte der Gesamtschule Süd an der Frankenstraße in Stadtwald nimmt kein Ende: Die Schule, die im Juli offiziell schließt und im Sommer 2018 als neue Gesamtschule starten sollte, wird nun doch keine Wiederbelebung erfahren. Das erfuhr die Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen. Eine offizielle Bestätigung der Absage des Neustarts steht jedoch noch aus.

2012 war beschlossen worden, die Schule auslaufen zu lassen

Im Jahr 2012 war nach vielen Jahren mit sehr geringen Anmeldezahlen beschlossen worden, dass die Schule keine neuen Fünfer mehr aufnimmt. Ende letzten Jahres beschloss der Rat das endgültige Ende der Gesamtschule für diesen Sommer – jedoch: die Oberstufe der Gesamtschule Süd sollte für ein Jahr als Zweigstelle der Frida-Levy-Gesamtschule weitergeführt werden, ehe 2018 ein kompletter Neustart mit neuen Fünfern und neuer Oberstufe erfolgt.

Neue Gesamtschulplätze werden dringend benötigt

Denn neue Gesamtschulplätze werden stadtweit dringend benötigt, und das Gebäude an der Frankenstraße gilt, vor allem nach den letzten, aufwändigen Sanierungen, als ausgesprochen geeignet. Folglich beschloss der Rat im Dezember: Auch künftig sollte „dem Schulstandort Frankenstraße 200 eine hohe Bedeutung zukommen. Es ist beabsichtigt (...), eine neue Gesamtschule zu gründen.“

Dem Vernehmen nach hatte sich in den letzten Monaten bereits ein Team gefunden, das die Leitung der künftigen, neuen Gesamtschule übernehmen sollte und bereits dabei war, ein Konzept zu erarbeiten, das einen erfolgreichen Neustart in Stadtwald möglich machen sollte. Diesem Team ist zuletzt deutlich gemacht worden, dass es den beabsichtigen Neustart nicht geben wird.

Anmeldungen für die Oberstufe waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Zuletzt waren die Anmeldungen für Quereinsteiger von Realschulen, die an der Frankenstraße die gymnasiale Oberstufe besuchen wollen, deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Schule warb wiederholt mit noch vorhandenen Kapazitäten.

Ob das den Ausschlag gab, jetzt zurückzurudern und den längst geplanten Neustart für 2018 endgültig abzusagen? „Wir prüfen und analysieren noch“, sagt der städtische Schuldezernent Peter Renzel, doch hinter verschlossenen Türen ist längst klar: Es wird keine neue Gesamtschule Süd in Stadtwald geben. Vor Ort, das kann man sich gut vorstellen, gibt es jetzt viele offene, brennende Fragen. Unklar ist auch, wie das Gebäude künftig benutzt werden soll – angesichts zahlreicher öffentlicher Mittel, die zuletzt in Sanierungen flossen, ist eine Nutzung als Schule alternativlos. Die Vorschläge von Bezirkspolitikern, den Komplex für Wohnbau abzureißen, sind nicht haltbar.

Im Mai will die Stadt offiziell Stellung nehmen

Erst im Mai will die Schulverwaltung zum Sachverhalt offiziell Stellung beziehen. Die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde war am Montag nicht zu erreichen.

Fest steht bislang nur, dass die Stadt jetzt erneut auf die Suche gehen muss nach einem Standort für eine neue Gesamtschule – denn die Zahl der Schüler steigt wieder und wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Auch die Zahl der vielen Seiteneinsteiger aus Kriegs- und Krisengebieten dienten stets als Argument für die Gründung einer neuen Gesamtschule.

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