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Gesamtschule Süd fühlt sich von Politiker-Aussage beleidigt

Startete Mitte der Sechziger Jahre als Stadtwald-Gymnasium, wandelte sich Ende der Achtziger zur Gesamtschule: „Süd“ soll 2017 aufgelöst werden und 2018 neu starten.

Foto: Kerstin Kokoska

Startete Mitte der Sechziger Jahre als Stadtwald-Gymnasium, wandelte sich Ende der Achtziger zur Gesamtschule: „Süd“ soll 2017 aufgelöst werden und 2018 neu starten. Foto: Kerstin Kokoska

Stadtwald.   Ex-Schulpolitiker und heutiger Bezirksvertreter Hans Schippmann hatte Schule als „fürchterlich“ bezeichnet. Jetzt glättet man die Wogen.

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Hans Schippmann (69, CDU) war 30 Jahre lang Vorsitzender des städtischen Schulausschusses, hat selbst zwei Gymnasien geleitet. Entsprechendes Gewicht hat es also immer noch, wenn einer wie er in einer Bezirksvertretung, so wie neulich, deutliche Worte findet. Es ging um die Gesamtschule Süd in Stadtwald, die, wie berichtet, im kommenden Jahr aufgelöst und 2018 als neue Gesamtschule einen Neustart erfahren soll.

„Fürchterlich“

„Die Schule war schon bei ihrer Gründung als Gymnasium fürchterlich und ist es als Gesamtschule auch“, hatte er im Stadtteilparlament gesagt. Das hat einige Unruhe erzeugt – zum Beispiel bei den Lehrern, die noch an der Gesamtschule tätig sind: „Ich habe mich persönlich sehr getroffen gefühlt“, sagt Martina Gaigalat, die seit 2003 Deutsch und Geschichte in Stadtwald unterrichtet. Die drastische Ausdrucksweise des CDU-Politikers habe sie „sehr erschreckt“. Auch mehrere Bürger äußerten in Leserbriefen ihren Unmut.

Schippmann hatte außerdem die Frage gestellt, wie denn das derzeit verbleibende Kollegium ein neues Konzept für die künftige Gesamtschule vor Ort erstellen solle – wobei: „Diese Frage stellt sich überhaupt nicht“, betont die Lehrerin, „es gibt für uns keinen Auftrag, ein neues Konzept zu erstellen. Das ist Sache der künftigen neuen Schulleitung.“

Schule soll 2018 neu starten

Tatsächlich soll die neue Schule ab 2018 mit einem neuen Konzept starten – dass aber jetzt die Pädagogen vor Ort entsprechende Arbeiten leisten sollen, ist nie von irgendjemandem gesagt worden.

Knapp 20 Lehrer unterrichten derzeit noch die verbliebenen vier Jahrgänge an der Gesamtschule Süd. Sie sollen nach dem Plan der Stadt im kommenden Schuljahr, wenn die Schule aufgelöst ist, versetzt werden und dann per Rück-Abordnung in Stadtwald weiterarbeiten können, um die Oberstufen-Jahrgänge bis zum Abi zu führen.

2018 soll die Schule neu starten in den Jahrgängen fünf und elf. Diesen Plan hält die Gesamtschule für unglücklich, plädiert für ein weiteres Jahr des Fortbestehens und somit einen nahtlosen Übergang in 2018. Schulleiter Ludwig Menke geht Ende 2017 in Ruhestand.

Aussagen mittlerweile revidiert

Schippmann hat seine Aussagen mittlerweile einigermaßen revidiert – er habe vor allem den Standort gemeint, nicht die Schule selbst: „Schon bei der Gründung des Gymnasiums Mitte der Sechziger wurden Fehler gemacht. Der Standort hat nie funktioniert, weder als Gymnasium, noch als Gesamtschule.“

Schippmann, der selbst in Stadtwald wohnt, hatte seine beiden Kinder auf dem Stadtwald-Gymnasium, nahm sie dort herunter, als die ersten Gesamtschul-Jahrgänge einzogen. Das war Ende der Achtziger Jahre. 1992 entließ man an der Frankenstraße die letzten Abiturienten.

Und jetzt? „Ich persönlich schätze Herrn Schippmann sehr“, sagt Ludwig Menke. Am Mittwoch wollen sich die beiden treffen, für ein Gespräch unter vier Augen. Es gibt wohl doch etwas auszuräumen.

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