Prozesse

Betrüger-Pärchen muss lange ins Gefängnis

Justitia, die altroemische Goettin der Gerechtigkeit (dapd)

Justitia, die altroemische Goettin der Gerechtigkeit (dapd)

Foto: dapd/Torsten Silz

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Essen. / Haltern.Landesweit waren sie aktiv. Aber ihr Aufenthalt auf dem Campingplatz „Hoher Niemen“ in Haltern ist dank der Staatsanwaltschaft Essen gut dokumentiert. Wie auf anderen Plätzen nutzten der Duisburger Michael R. (46) und seine Partnerin Kirsten P. (45) die Zeit, um mit Betrügereien ihr Leben zu finanzieren. Am Montag wurden sie dafür verurteilt.

Michael R. schickte das Landgericht Essen für vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis, seine Partnerin für dreieinhalb Jahre. Rund 70 Taten wies das Gericht den geständigen Angeklagten nach. Dabei war es nicht nur eine Anklage der Essener Staatsanwaltschaft, über die das Essener Landgericht zu entscheiden hatte. Auch die Staatsanwaltschaften in Aachen und Paderborn hatten die Zusammenfassung ihrer Ermittlungsarbeit den Richtern im Ruhrgebiet vorgelegt.

14 Monate Haft

2004, nachdem Michael R. in Mülheim zu 14 Monaten Haft wegen Betruges verurteilt worden war, tauchte das Pärchen unter. Einen festen Wohnsitz hatten die beiden seitdem nicht mehr. Auf Campingplätzen lebten sie, manchmal auch in Hotels. Die Miete zahlten sie nie, verschwanden immer rechtzeitig.

2005 tauchen sie in Haltern auf. Zwei Stellplätze mit zwei Wohnwagen kaufen sie im September 2005, vereinbaren Ratenzahlung. Gezahlt wird nichts, im Februar 2006 verschwinden sie über Nacht. EC-Karten und Ausweise hatten sie zwischenzeitlich gestohlen und die Zeit intensiv genutzt. Am 13. Oktober etwa „kaufen“ sie mit der EC-Karte im Halterner Praktiker-Baumarkt Fernseher, Schlösser, Zigaretten, Gasfüllungen, wieder einen Fernseher und Handys. Auch bei Trinkgut versorgen sie sich. Am nächsten Tag läuft die Masche in Marl, da geht es zum Marktkauf.

Selbst an Autos kommen sie. Sie geben sich als Käufer eines Neuwagens aus, bestellen und bekommen bis zur Auslieferung einen Mietwagen. Mit dem verschwinden sie. Einmal werden sie nach intensiven Ermittlungen der deutschen Polizei 2008 in Belgien erwischt. „Aber die belgische Polizei ließ uns laufen“, erzählen die Angeklagten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben