Kunst

Geplantes Wandkunstwerk in Rüttenscheid löst Diskussion aus

Spielplatzpatin Elke Henke-Gau wirbt seit Jahren für eine Gestaltung der rückwärtigen Turnhallenwand, die immer wieder beschmiert wird. Künstler Gabor Doleviczenyi entwarf dafür nun das Bild „Der Kuss“

Foto: Stefan Arend

Spielplatzpatin Elke Henke-Gau wirbt seit Jahren für eine Gestaltung der rückwärtigen Turnhallenwand, die immer wieder beschmiert wird. Künstler Gabor Doleviczenyi entwarf dafür nun das Bild „Der Kuss“ Foto: Stefan Arend

Essen-Rüttenscheid.   Eine häufig beschmierte Turnhallenwand am Spielplatz Hedwigstraße soll mit dem Werk „Der Kuss“ gestaltet werden. Das gefällt nicht allen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein geplantes Wandkunstwerk am Spielplatz Hedwig­straße erhitzt die Gemüter und wäre um ein Haar verhindert worden. Stadtteilpolitiker und die Interessengemeinschaft Rüttenscheid hatten moniert, nicht in die Planungen mit eingebunden worden zu sein.

Dabei hatte die Spielplatzpatin Elke Henke-Gau schon vor einigen Jahren erfolglos versucht, Unterstützer für die Gestaltung der Turnhallen-Wand zu finden. „Eltern beschweren sich seit Jahren über die Schimpfwörter, die dort regelmäßig großflächig hingeschmiert wurden“, erzählt die Tagesmutter. Mit dem Rüttenscheider Künstler Gabor Doleviczenyi gewann sie schließlich einen Mitstreiter. Doleviczenyi ist mit seinen Werken in Rüttenscheid kein Unbekannter, gestaltete etwa die Unterführung an der Grugatrasse unterhalb der Alfred­straße und das große Umspannwerk an der Martinstraße.

Genehmigung wurde nach Facebook-Debatte verzögert

Für die Wand am Spielplatz warb er das Energieunternehmen Innogy als alleinigen Sponsor an und entwarf das Werk „Der Kuss“: zwei küssende Gesichter vor einem dunkelblauen Sternenhimmel. Eigentlich sollten die Arbeiten dafür am Donnerstag beginnen. Die nicht zuletzt durch eine Facebook-Debatte in letzter Sekunde aufgeworfene Frage nach einer gültigen Genehmigung verzögerte den Start allerdings. Einige Nutzer hatten den Entwurf als „zu dunkel“ und „ungeeignet für einen Kinderspielplatz“ kritisiert.

Die für die städtische Fläche zuständige Immobilienwirtschaft überprüfte daraufhin nochmal den Vorgang. „Alle nötigen Unterlagen liegen vor, die Stadt hat ihr Okay gegeben“, sagt Künstler Gabor Doleviczenyi, der nun am Freitag mit der Wandkunst beginnen wird. Auflage ist dabei, diffusionsarme Farben zu verwenden, damit das Mauerwerk nicht angegriffen wird.

„Der Kuss“ wird am 23. Mai übergeben

Eine Debatte über das Kunstwerk ist dem Künstler dabei recht: „Die Frage ist, ob auf einem Spielplatz zwingend bunte Motive gezeigt werden müssen. Meine Kinder fanden es gut, Menschen abzubilden, die sich lieb haben“, sagt Doleviczenyi. Gleichzeitig wirbt er dafür, die Diskussion dann zu führen, wenn das Bild auf der rund 50 Quadratmeter großen Fläche zu sehen ist – und nicht auf Grundlage eines Papierentwurfs: „Einige sehen eine schwarze Fläche, anderen einen funkelnden Sternenhimmel – das erinnert an die Frage, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist.“

Spielplatzpatin Elke Henke-Gau reagierte enttäuscht auf den Gegenwind: „Jeder hätte sich im Vorfeld einbringen können, das ist aber nicht passiert. Wenn man sich dann engagiert, ist es den Leuten auch nicht recht.“ Den Kopf in den Sand stecken will sie dennoch nicht: Mit einem kleinen Fest für Nachbarn und Familien soll „Der Kuss“ am Dienstag, 23. Mai, um 16 Uhr offiziell übergeben werden.

  • Gabor Doleviczenyi plant bereits das nächste Projekt: eine Hausfassade im Christinenpark. Wer sich einbringen wolle, könne dies gerne tun, wirbt der Künstler, der per E-Mail zu erreichen ist.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (5) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik