Buslinie 151

Geplante Einstellung der Buslinie 151 verärgert Kettwiger

In der Kettwiger Innenstadt soll der Bus aus Mülheim künftig nicht mehr Halt machen.

In der Kettwiger Innenstadt soll der Bus aus Mülheim künftig nicht mehr Halt machen.

Foto: Reiner Worm / FUNKE Foto Services

Die geplanten drastischen Kürzungen des Nahverkehrs in Mülheim sorgen auch in Kettwig für jede Menge Unmut.

ESSEN-KETTWIG. Sie kennt die Probleme, die entstehen werden, genau: Monika Mammone wohnt in Mülheim, und gemeinsam mit ihrem Mann Vincenzo betreibt sie ein Bistro mitten in der Kettwiger Altstadt. Die Pläne, die Buslinie 151 einzustellen, machen sie wütend. „Wir haben so viele Gäste, die aus Mülheim zu uns kommen? Aber es fahren auch viele Kettwiger nach Mülheim. Was ist das für eine verrückte Idee? Die Mülheimer schneiden sich von der Außenwelt ab, und für uns ist das auch alles andere als gut.“

Sie macht Nägel mit Köpfen und sammelt in Kettwig eifrig Unterschriften gegen die Sparmaßnahmen und wirbt für die Teilnahme an einer Demo, zu der die Gewerkschaft Verdi aufruft. „Es müssen sich noch viel mehr Bürger wehren. Denkt denn keiner an die Leute, die zum Beispiel den Bus nutzen, um zur Arbeit zu kommen. Und was ist mit den Schülern?“

Der Weg nach Mülheim ist dann total kompliziert

Clara Lank steht mit ihrer kleinen Tochter an der Bushaltestelle Bürgermeister-Fiedler-Platz. „Bei den Fahrgästen sind die Sparmaßnahmen der Mülheimer ein großes Thema. Viele Kettwiger nutzen den 151er, weil es halt die einzige direkte Verbindung in die Nachbarstadt ist. Wenn der eingestellt wird, ist der Weg nach Mülheim total kompliziert und dauert auch viel länger. Ich habe diese Zeit nicht. Und ein Auto habe ich auch nicht.“

Angrenzende Städte haben keinen Einfluss

Ruhrbahn und Stadt Mülheim haben ihre radikalen Sparpläne für ihr ÖPNV-Angebot auf den Tisch gelegt. Die 30-Prozent-Kürzung trifft alle Linien. Die angrenzenden Städte, die davon auch betroffen sind, haben allerdings keine Einflussmöglichkeiten. Daniel Behmenburg und seine Kollegen von der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung IX haben ihre Kritik in der vergangenen Woche öffentlich gemacht (diese Zeitung berichtete). „Die Städte stellen ihre Pläne selbst auf – da gibt es auf politischer Ebene kein Mitspracherecht.“

Der Anfang der Einstellung dieser Linie

Zumindest werde er seine Kritik den Mülheimer Genossen vortragen. „Ich hätte mir im Vorfeld auch eine interkommunale Zusammenarbeit gewünscht. Aber es gab keinerlei Informationen. Ich habe von den geplanten Einsparungen erst durch die Zeitung erfahren.“

Seine Befürchtung: „Eine Bedarfslinie auf dieser Strecke und das Aussparen des Kettwiger Ortskerns ist der Anfang der Einstellung dieser Linie.“

Proteste in Mülheim halten an

Der Protest in Mülheim selbst ist groß. Verdi-Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer: „Viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch Schulen, Schülervertretungen, Betriebe, Umweltgruppen, Einzelhandelsgeschäfte, Seniorengruppen, Initiativgruppen und die Hochschule, melden sich bei uns und bringen immer wieder ihren Unmut zum Ausdruck. Nicht selten fallen Worte wie ‘Die spinnen doch’.“

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