Bildung

Gegen den Trend: Ein Essener Gymnasium könnte bei G8 bleiben

Das Gymnasium Überruhr in Essen entscheidet am Dienstag auf der Schulkonferenz über G 8 oder G 9.

Das Gymnasium Überruhr in Essen entscheidet am Dienstag auf der Schulkonferenz über G 8 oder G 9.

Foto: Foto: Koepsel

Essen.   Das Gymnasium Überruhr in Essen entscheidet am Dienstag, ob es als einzige „Penne“ in der Stadt beim Abitur nach acht Jahren (G 8) bleibt

Das Gymnasium Überruhr an der Langenberger Straße könnte im nächsten Schuljahr 2019/20 das einzige Gymnasium in Essen sein, das am Abitur nach acht Jahren (G 8) festhält. Alle anderen 17 städtischen und vier privaten Gymnasien zwischen Kettwig und Karnap werden zum Abitur nach neun Jahren (G 9) zurückkehren, dies haben sie so bereits an die zuständige Bezirksregierung in Düsseldorf gemeldet.

Am G 8 als Alleinstellungsmerkmal festhalten

In Überruhr sieht man deshalb im Festhalten am G 8 die Gelegenheit, ein „Alleinstellungsmerkmal“ zu schaffen und die Eltern und Schüler stadtweit zu gewinnen, die sich das Abi auch am Ende der 12. Jahrgangsstufe zutrauen: „Das ist eine große Chance für uns“, heißt es an der Schule, an der sich die G 8-Befürworter offensichtlich in der Mehrheit sehen. Bindend wird allerdings erst das Votum der Schulkonferenz am kommenden Dienstag, 15. Januar, sein.

Hier entscheiden jeweils sechs Vertreter der Schüler, der Eltern, der Lehrer und die Schulleitung über das Schicksal der Schule. In Elternbriefen beziehen Schulpflegschaftsmitglieder bereits klar Stellung und fordern dazu auf, an dem „gut eingespielten und bewährten System“ festzuhalten: Das Gymnasium Überruhr biete als Ganztagsschule eine gute Ausgangslage für eine pädagogisch wertvolle und erfolgreiche Schul- und Persönlichkeitsbildung in acht Jahren.

„Der Weg war in den ersten Jahren kein leichter“

Zu den Befürwortern zählt neben Elternvertretern und Teilen der Lehrerschaft vor allem die Schulleitung: „Ich habe damals 2006 mit dem ersten G 8-Jahrgang an dieser Schule angefangen. Und der Weg bis heute war vor allem in den ersten Jahren kein leichter“, sagt die Direktorin Gabriele von Heymann.

„Aber jetzt läuft es gut, das G 8 hat sich eingespielt, Schüler, Eltern, Lehrer profitieren, wir arbeiten seit drei Jahren erfolgreich mit dem „Dalton-Modell“, das Schüler sehr viel stärker zur Mitarbeit und Eigeninitiative beim Lernen führt. Und das sollen wir jetzt alles wieder aufgeben?“ Sie hoffe, dass die Schulkonferenz ihr hier folgen und die Chancen für die Schule erkennen werde, „aber die Entscheidung in der Schulkonferenz ist noch völlig offen“.

„Wir folgen dem Elternwillen“

An anderer Stelle war hier die Haltung klar: „Wir folgen dem Elternwillen“, sagt wie viele Schulleiter BMV-Direktorin Schwester Ulrike. Natürlich sei das eine Jahr auch wichtig im Reifungsprozess der Kinder: „Das spürt man durchaus bei einigen Themen.“ Insofern werde das Jahr einigen Schülern gut tun.

Auch für Berthold Urch, den Direx des Alfred-Krupp-Gymnasiums in Holsterhausen und Sprecher der Essener Direktoren-Konferenz, war die Entscheidung eindeutig, so wie an den meisten Essener Gymnasien: „Wir geben den Kindern mehr Zeit.“ Am Auftrag der Schule ändere dies aber nichts: „Wir werden auch weiterhin nachmittags Bildungs- und Förderungsangebote machen. Manche Kinder werden das auch brauchen. Die Zeit müssen wir uns nehmen.“ Unabhängig ob G 8 oder G 9.

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