Kino

Fußball-Thriller "Spielmacher" spielt größtenteils in Essen

Trainer, was geht? Frederick Lau als Ex-Kicker Ivo und Antje Traue als Spieler-Mutter Vera am Spielfeldrand.

Foto: GORDON Photographie/Warner Brothers

Trainer, was geht? Frederick Lau als Ex-Kicker Ivo und Antje Traue als Spieler-Mutter Vera am Spielfeldrand. Foto: GORDON Photographie/Warner Brothers

Essen.   Der Film „Spielmacher“ taucht ein in die kriminelle Welt der Sportwetten. Viele Szenen des Fußball-Thrillers wurden in Essen gedreht.

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Die erste Großeinstellung gehört der U-Bahn-Haltestelle Martinstraße. Später geht es aufs Sommerfest vor der Grugahalle, und eine nächtliche Fahrt aus dem A40-Tunnel taucht die Stadt in magisches Licht. So viel Essen war lange nicht in einem Film, der „Spielmacher“ heißt, aber jenseits des grünen Rasens ganz tief ins Dickicht illegaler Wettspiel-Machenschaften eintaucht.

Zur Weltpremiere in der Lichtburg war am Dienstagabend natürlich die ganze Besetzung angereist, mit Nachwuchs-Schauspieler Mateo Wansing Lorrio als Jungfußballer Lukas, Antje Traue als seine Mutter Vera, Oliver Masucci als krimineller Kopf einer internationalen Sportwetten-Mafia und Frederick Lau als gescheiterter Amateur-Fußballer Ivo, der aus dem Knast raus gleich wieder in die nächste Abwärtsspirale gerät.

Hauptdarsteller geht mit Wotan Wilke Möhring ins Fußballstadion

Für Lau, den sie hier alle nur „Freddy“ rufen, ist es zumindest ein sportliches Heimspiel. Der Opa war Borusse, er selbst ist BVB-Fan. Mit Schauspielkollege Wotan Wilke Möhring geht er ins Dortmunder Stadion, das in dem atmosphärisch dichten und ziemlich knallharten Fußball-Thriller von Timon Modersohn zum imposanten Schauplatz wird wie das Deutsche Fußballmuseum, der Landschaftspark Nord, die Zeche Zollverein. „Ich hab mich riesig gefreut, im Pott zu drehen, da gehört der Film auch hin. Fußball ist hier so allgegenwärtig“, freut sich Lau, der im Kino längst Champions League spielt.

Im Film reicht es bei Ivo nur für die Amateur-Liga. Dann lockt das große Geld: Ein gefaktes Foul für Fünftausend. Der Plan geht schief, Ivo landet im Knast. Und in Modersohns zwischen Gewalt und Gefühl klug austariertem Film wird die globale Welt des Sportwetten-Zockens auf ein Kicker-Schicksal zwischen Playothek und Bolzplatz heruntergebrochen, wo der Trainer verschlissene Trainingshosen trägt und Aufstieg eine Frage von Ehre ist.

Ruhrgebietsbilder – vertraut, aber ohne Klischeeanstrich

19 Tage sind sie durchs Ruhrgebiet gefahren auf der Suche nah Schauplätzen. Modersohns Film zeigt Ruhrgebietsbilder – vertraut, aber ohne Klischeeanstrich. Souverän und von Genre-Vorbildern inspiriert steuert er in seinem Spielfilmdebüt über finstere Parkplatz-Pisten, vorbei an Betonwüsten bis zum blutigen Showdown. Bei der Lichtburg-Premiere wurde der „Spielmacher“ jubelnd gefeiert. Heimsieg! (MaS)

Der Film startet am Donnerstag im Luna im Astra-Kino, Teichstr. 2, 15.30, 17.45, 20 Uhr.

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