Gastronomie

Für „Rü Genuss pur“ transportieren Lkw das dreckige Geschirr

Jeden Morgen müssen die gespülten Teller mit einem Gabelstapler vom Lkw geladen werden.

Foto: Herbert Höltgen

Jeden Morgen müssen die gespülten Teller mit einem Gabelstapler vom Lkw geladen werden. Foto: Herbert Höltgen

Essen-Rüttenscheid.  An der Genießermeile in Rüttenscheid stehen so viele Teller bereit, dass bis zu 30 0000 Besucher gleichzeitig versorgt werden könnten.

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Einmal im Jahr verwandelt sich der graue Parkplatz unterhalb des Girardet-Hauses in ein Freiluftrestaurant. Damit die Besucher dort gemütliche Stunden verbringen können, wird hinter den Kulissen von „Rü Genuss pur“ ein enormer logistischer Aufwand betrieben. Für das dreckige Geschirr rollt am späten Abend sogar ein Lkw an.

Ganz am Ende der Genießermeile, ein paar Meter hinter den letzten Tischen, steht das allergrößte der weißen Zelte. Aber hier ist kein Platz für Gäste. In der Organisationszentrale arbeitet das Team von Sven Morsbach – zwischen dampfenden Gastro-Spülmaschinen und Plastikkörben voller Gläser. „Wir haben auf den Paletten allein 7000 Weingläser, 2500 für Bier, Tausende von Gläsern für verschiedene Spirituosenmarken kommen dazu“, zählt Morsbach auf.

400 Bierzeltgarnituren stehen bereit

Wenn zwischen den Buden vorne Betrieb herrscht, wird das Zelt zum Taubenschlag. Denn nach der Selbstbedienung der Gäste muss abgeräumt werden, dafür werden mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt, die in Schichten zwischen den rund 400 Bierzeltgarnituren herumwuseln.

Nur ein paar Minuten brauchen die großen Spülmaschinen im Zelt, um die Gläser zu reinigen. Für die Teller reicht’s trotzdem nicht. Knapp 30 000 stehen bereit, und wenn sie von den Tischen kommen, bleiben sie für den Rest des Tages erst mal dreckig. „Dafür kommt abends ein Lkw, die müssen wir auswärts spülen lassen“, erklärt Morsbach. Morgens kommen sie dann in ein eigenes Zelt – wenn sie beim Transport nicht vom Gabelstapler rutschen und zerdeppern, wie bei einem kleinen Unfall im vergangenen Jahr passiert. Aber Scherben bringen ja Glück.

Teilnahme bleibt ein Wagnis für Gastronome

Nur offenbar nicht, wenn es ums Wetter geht. Doch trotz des Regens am Eröffnungstag und dem auch danach meist grauen Himmel ist Sven Morsbach mit den bisherigen Besucherzahlen zufrieden. „Wir sind selbst erstaunt. Aber die Akzeptanz bei den Leuten ist so groß, dass sie sogar kommen, wenn das Wetter nicht schön ist.“ Fünf Tage am Stück regnen dürfe es jedoch auch nicht. „Der Aufwand für die Gastronomen ist extrem groß. Auch wenn am Ende selbstverständlich etwas hängen bleibt, ist es für sie immer ein Wagnis. ,Essen verwöhnt’ hatte in diesem Jahr zum Beispiel richtig Pech mit dem Wetter, da waren ein paar Tage katastrophal“, sagt Morsbach.

Er selbst wird sich am Montagabend zurücklehnen können, dann sollen die Zelte abgebaut, die mehr als 80 großen Pflanzen verladen und die 1200 Quadratmeter Teppich eingerollt sein. Übrig bleibt nur ein grauer Parkplatz. Und vielleicht noch ein leichter Duft in der Luft.

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