Pflege

Für Maurice Bastke ist Altenpfleger Beruf und Berufung

Pfleger Maurice Bastke versorgt Elfriede Schneider.

Pfleger Maurice Bastke versorgt Elfriede Schneider.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Pflegedienste suchen händeringend gute Mitarbeiter: So wie Maurice Bastke. Der Essener hat sein Glück in der Gesundheitsbranche gefunden.

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Was Maurice Bastke wirklich wichtig ist, hat sich der 27-Jährige auf den rechten Unterarm tätowieren lassen. Neben „Familie und Liebe“ stehen dort auch die asiatischen Schriftzeichen für „Gesundheit“ und „Glück“.

Die beiden Letzteren haben bei ihm zusammengefunden, seitdem der Altenessener als Altenpfleger arbeitet, sich täglich um die Gesundheit von Senioren kümmert und so Beruf und Berufung gefunden hat.

Ein weiter Weg zum Wunschberuf

Bis dahin war es für den 27-Jährigen allerdings ein weiter Weg. „Ich wusste lange nicht, was ich machen soll. Mir fehlte jegliche Zielstrebigkeit“, erinnert er sich an die Jahre in der Hauptschule. Nach der neunten Klasse verließ er die Schule.

Ohne Abschluss. Ohne Aufgabe. Ohne Ziel. Im Zivildienst landete er bei den Humanitas Pflegediensten in Altenessen, erledigte einfache Pflegeaufgaben und hatte Spaß an der Arbeit. „Seine Art und sein Einsatz sind uns positiv aufgefallen. Solche Mitarbeiter brauchen wir“, erinnert sich Oliver Aitcheson, Geschäftsführer bei Humanitas, an den Zivi. Er führte ein langes Gespräch mit Maurice Bastke, an dessen Ende die gemeinsame Zukunft stand.

Nach einer Betreuungsmaßnahme und einem Praktikum arbeitete der im Fahrdienst des Unternehmens. Abends machte er seinen Hauptschulabschluss nach. Einen Hauptschulabschluss hat auch Humanitas-Gründer Thomas Pilgrim. Heute gehört ihm das Unternehmen mit fast 200 Mitarbeitern.

Schulabschluss mit doppelter Zusage

Mit dem Schulabschluss war bei Maurice Bastke eine doppelte Zusage verbunden: eine dreijährige Ausbildung zum examinierten Altenpfleger und die anschließende Übernahme. Seit einem halben Jahr ist er jetzt als Altenpfleger tätig. Mittelfristig sind in dem krisensicheren Job Weiterbildungen und Spezialisierungen möglich.

Aber erst mal fährt er täglich bei seinen Touren 20 bis 30 Patienten an. Er versorgt die Senioren mit Medikamenten, misst den Blutzucker, wechselt Verbände, zieht Kompressionsstrümpfe über und kümmert sich um die Grundpflege mit Körperwäsche.

„Natürlich habe ich von Kumpels anfangs Sprüche bekommen. Oma-Sitter und so. Damit kann ich umgehen.“ Die Sprüche für einen Mann, der in der von Frauen dominierten Branche arbeitet, stören ihn ebenso wenig, wie die Arbeitszeiten im Schichtdienst und mit Einsätzen an Wochenenden, Feiertagen und in der Rufbereitschaft.

„Mir macht meine Arbeit einfach viel Spaß. Und ich weiß, dass mein Besuch für viele Patienten der Höhepunkt des Tages ist, weil sie sonst niemanden haben. Deshalb nehme ich mir Zeit und höre zu.“ Er denkt kurz nach, lächelt und ergänzt dann: „Ich habe genau das gefunden, von dem ich lange nicht wusste, dass ich es gesucht habe.“

Mehr Wertschätzung erhofft

Sein Chef Oliver Aitcheson schätzt den engagierten Mitarbeiter: „Er ist im Beruf angekommen. Und er kommt mit seiner Arbeit gut an. Wir wünschen uns mehr solche Leute, die wir ausbilden oder einstellen können. Die suchen wir.“ Aitcheson weiter: „Wir wünschen uns zudem, dass ihre Arbeit mit dem Menschen in der gesamten Gesellschaft, und nicht nur bei den Betroffenen, mehr Wertschätzung erfährt.“

>>> INFO: Mehr Lohn, weniger Bürokratie

  • Wenn es um die Attraktivität von Pflegeberufen geht, kommt auch der Lohn ins Spiel. Maurice Bastke verdient monatlich etwa 2500 Euro brutto plus Zulagen.

  • „Bessere Bezahlung würde den Beruf attraktiver machen“, ist Oliver Aitcheson sicher. Der Humanitas-Geschäftsführer würde sich weniger Bürokratie bei der Einstellung von ausländischen Arbeitskräften wünschen.

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