Gastronomie

Für Domstuben in Essen-Werden ist noch kein Pächter in Sicht

Gegenüber der Ludgerus-Basilika betreibt Frank Hahn die „Domstuben“. Ende des Jahres ist Schluss.

Gegenüber der Ludgerus-Basilika betreibt Frank Hahn die „Domstuben“. Ende des Jahres ist Schluss.

Foto: André Hirtz

Essen-Werden.  Die beliebte Gaststätte gegenüber der Basilika schließt Ende 2019. Die Pläne der Pfarrei St. Ludgerus kommen nicht voran. Das sind die Gründe.

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Für Vereine, Parteien, Ehrenamtler und andere Gruppen werde es immer schwieriger, Räume für Feiern und Treffen zu finden, sagt Yannick Lubisch, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Heidhausen/Fischlaken. Das Kneipensterben mache sich in Essen mehr und mehr bemerkbar. Aktuell sorgt sich Lubisch um die Zukunft der „Domstuben“. Die beliebte Gaststätte in Werden schließt Ende 2019. Voraussichtlich für mehrere Monate. Doch untätig will er in dieser Zeit nicht bleiben, zumal noch unklar ist, wer Pächter von Gaststätte und Hotel sein wird.

Facebook-Gruppe „Domstuben erhalten“ gegründet

Vor einigen Tagen hat Lubisch eine Facebook-Gruppe gegründet. Auf der Plattform „Domstuben erhalten“ sollen die Bürger über die Verhandlungen mit dem derzeitigen Pächter und die Pläne der Propsteipfarrei St. Ludgerus (Eigentümer der Immobilie) auf dem Laufenden gehalten werden.

„Die Domstuben stellen eine wesentliche Säule für das gesellschaftliche Leben in Werden, Heidhausen und Fischlaken dar“, so Lubisch. Es gehe darum, den Fortbestand sicherzustellen und den Vereinen im Planungsprozess Gehör zu verschaffen.

Der bisherige Pächter offeriert einen Nachfolger

Frank Hahn, seit 13 Jahren Pächter der „Domstuben“, wird jedenfalls nicht weitermachen. „Ich habe der Propsteipfarrei mitgeteilt, dass ich Ende 2019 aufhören werde.“ Er wolle nur noch das Hotel „Rutherbach“ im Ruhrtal betreiben, das er seit 2016 führt. Der 62-Jährige hatte schon vor einem Jahr einen Mitarbeiter seines Teams, Baki Salihu, der Pfarrei als Nachfolgepächter der „Domstuben“ empfohlen. Doch daraus werde wohl nichts, bedauert Hahn gegenüber dieser Redaktion.

Ein Gespräch mit dem Kirchenvorstand von St. Ludgerus habe in dieser Woche ergeben: Für das einstige Kolpinghaus solle wohl nach einem Umbau gewünschter Betreiber das Franz-Sales-Haus werden. „Da sei man nach wie vor in Verhandlungen, eine definitive Zusage gebe es noch nicht, hat man mir mitgeteilt“, sagt Frank Hahn. Klappe dies nicht, werde die Gemeinde nach weiteren sozialen Projekten Ausschau halten. Erst dann wäre an Baki Salihu zu denken.

Kirchenvorstand handelt im Sinne des Pfarreientwicklungsprozesses

„Leider kann man uns nicht erklären, welchen Vorteil ein soziales Projekt gegenüber dem vorgeschlagenen Betreiber hat. Er kennt doch das Haus seit elf Jahren und wäre somit eine echte Konstante“, zeigt sich Hahn enttäuscht und fügt hinzu: „Die Mitglieder des Kirchenvorstandes geben zu, nur im Auftrag des Bistums und im Sinne des Pfarrei-Entwicklungsprozesses zu handeln.“

Im Ganzen bleibe bei ihm ein etwas bitterer Beigeschmack, wie mit den Bedürfnissen der Gemeindemitglieder umgegangen werde. „Es war genug Zeit, doch die Mühlen im Bistum malen langsam – zu langsam.“

CDU-Ortsverbände schreiben an den Dompropst

Yannick Lubisch hofft, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. In einem Schreiben an den Dompropst formulieren die CDU-Ortsverbände: „Wir sehen unsere Verantwortung darin, auf den großen Bedarf nach (Vereins-)Räumlichkeiten in unserer Heimat hinzuweisen. Wir bitten, bei Ihren weiteren Beratungen rund um die Zukunft der Domstuben, den großen Bedarf nach Räumlichkeiten für Vereine und andere Gruppen einzubeziehen.“

Die geplante Abschiedsfeier an Silvester wurde jedenfalls vom Kirchenvorstand nicht genehmigt.

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