nachwuchs

Fünf Wildschwein-Frischlinge wuseln durch den Heissiwald

Fünf kleine Wildschweine leben seit einem Monat im Tiergehege am Essener Heissiwald.

Foto: Herbert Höltgen

Fünf kleine Wildschweine leben seit einem Monat im Tiergehege am Essener Heissiwald. Foto: Herbert Höltgen

Essen.   Im Wildgatter am Essener Heissiwald haben Wildschweine Nachwuchs bekommen. Fünf Junge wühlen im Boden. Nur eines können sie noch nicht.

Dicht beieinander wühlen fünf kleine Wildschweine im Boden und erkunden die Umgebung. Flink sind sie auf den Beinen, wenn sie sich bewegen. Manchmal verstecken sie sich in einer Kuhle, dann suchen sie die Nähe ihrer Mutter. Spaziergänger erfreuen sich an den kleinen Schweinchen.

Seit einem Monat haben die Wildschweine im Tiergehege im Essener Heissiwald Nachwuchs. Die Frischlinge wuseln seitdem zwischen den Beinen von zwei Bachen und einem Keiler umher. Namen haben sie nicht, anders als im Zoo. „Wir haben es mal angedacht, aber dann wieder davon abgesehen“, erklärt Dr. Frank Möbius, der als Veterinär dem Vorstand des Fördervereins vom Tiergehege beisitzt.

Junge Wildschweinchen durchwühlen den Boden

Wenn Besucher am Gehege vorbeischauen, sind die kleinen Tiere nicht immer zu sehen. Manchmal sitzen sie in einer Schutzhütte. Doch in der Regel sind die tagsüber aktiv. Sie beginnen wie die Großen, den Boden zu durchwühlen.

Allerdings fressen sie noch nicht selbstständig Schnecken oder Würmer. „Sie können noch nicht so gut verdauen, das dauert mindestens zwei Monate“, merkt Möbius an. Solange säugt ihre Mutter sie noch.

Gäste können Tiere von einer Plattform aus beobachten

Füttern können Besucher, die sich die Wildschweinchen an den Osterfeiertagen ansehen, den Nachwuchs daher noch nicht. Wenn es soweit ist, können Gäste Futterspender mit Mais bedienen, die rund um das Gehege in Bredeney stehen. Drehen sie an einem Ventil, kommt Futter heraus. Von einer Plattform können Gäste die Tiere außerdem gut beobachten. Dort hat der Förderverein sogar Fernrohre aufgestellt.

Junge Wildschweine im Heissiwald

Die Wildschweinhorde im Heissiwald hat im März 2017 Nachwuchs bekommen.
Junge Wildschweine im Heissiwald
Hendrik Steimann

Wenn die fünf Jungtiere ein Jahr alt werden, heißen sie Überläufer. Dann verschwinden die Streifen auf dem Rücken. Sie dienen dem Schutz der Frischlinge, dadurch werden sie nicht so gut erkannt. „Wenn sie in einer Kuhle liegen, werden sie nicht gedeckt. Fressfeinde gibt es eigentlich nicht, aber große Vögel könnten sich die Kleinen schnappen“, erklärt Dr. Frank Möbius.

Zweite Bache kümmert sich um Essener Nachwuchs

Von der Mutter lernen die Kleinen nach und nach das Verhalten. Auch die zweite Bache kümmert sich liebevoll um den Nachwuchs. Im Schlamm möchte der sich aber noch nicht suhlen.

Wer die Tiere sehen möchte, kann dies rund um die Uhr – solange sie zusammenbleiben. Denn: „Wenn aus dem Wurf mehrere Keiler hervorgegangen sind, müssen sie zu gegebener Zeit getrennt werden. So vermeiden wir in dem begrenzten Territorium Kämpfe und helfen der Natur“, sagt Möbius. In freier Wildbahn würden sich Keiler eine neue Bache suchen. Damit es weitere Frischlinge gibt.

Auch Mufflons, Dam- und Rotwild leben im Gehege

■ Neben den Wildschweinen leben sieben Mufflons im Gehege. Dazu gibt es je sechsmal Dam- und Rotwild im Tiergehege im Heissiwald. Beim Dam- und Rotwild gibt es möglicherweise im Juni oder Juli Nachwuchs.

■ Das gesamte Wildgatter ist rund sechs Hektar groß. Die einzelnen Bereiche für die Tierherden sind abgetrennt.

■ 40 000 Besucher kommen im Jahr am Gehege im Heissiwald vorbei. Nicht immer sind die Tiere zu sehen, da sie sich frei bewegen.

■ Zwei Personen betreuen momentan täglich die Tiere. Im Förderverein vom Gehege sind fast 300 Personen aktiv. Der Verein veranstaltet zweimal pro Jahr eine Aktion für Kinder.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik