Bildung

„Fridays for future“-Schüler sollen im Essener Rat sprechen

Schüler aus Essen protestieren unter dem Motto "Fridays for Future" für ein besseres Klima. Die Linken wollen nun ein Rederecht für die Schüler im Stadtrat.

Schüler aus Essen protestieren unter dem Motto "Fridays for Future" für ein besseres Klima. Die Linken wollen nun ein Rederecht für die Schüler im Stadtrat.

Foto: André Hirtz

Essen.   Ratsfraktion der Linken will Schüler im Essener Stadtrat das Rederecht erteilen, um auf die Proteste und die Folgen des Klimawandels hinzuweisen.

Die Linke Ratsfraktion will einen Schülervertreter der Essener „Fridays for future“-Bewegung im Stadtrat am Mittwoch, 27. Februar, zu Wort kommen lassen. Die Linken wollen damit die seit mehreren Wochen anhaltenden Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler unterstützen, die sich einer länderübergreifenden Bewegung junger Menschen angeschlossen haben, um für eine entschiedenere Politik gegen den Klimawandel einzutreten.

„Es ist etwas völlig Neues, dass sich Jugendliche über mehrere Wochen länderübergreifend so breit engagieren um ein wichtiges Anliegen selber in die Hand zu nehmen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke. „In einem offenen Brief schreiben über 56 „Fridays for future“-Initiativen in Deutschland sowie viele andere Jugendvereine-, organisationen und Einzelpersonen, dass jetzt die letzte Möglichkeit ist, den vollständigen Klimakollaps und den damit einhergehenden fortschreitenden Artenverlust noch zu verhindern. Die Bundesregierung hält indes ihre Klimaziele nicht ein, obwohl ein sofortiges Umdenken in der Energiefrage stattfinden muss, damit die Folgen des Klimawandels abgewendet werden können.“

Folgen der Erderwärmung ausbaden

Dieses Anliegen vertrat die Wegbereiterin und Inspiration der „Fridays for future“, Greta Thunberg, bereits bei der UN-Klimakonferenz und dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Linke Ratsfraktion will deshalb beantragen, dass ein Vertreter der Bewegung vor dem höchsten demokratischen Gremium in Essen, dem Stadtrat, den Standpunkt der Initiative erläutern darf. „Diese junge Generation wird die Folgen der Erderwärmung ausbaden müssen. Daher möchten wir, dass sie auch die Gelegenheit bekommt, ihr Anliegen im Rat zu vertreten. Wir haben einen entsprechenden Antrag für nächste Woche Mittwoch eingebracht“, so Gabriele Giesecke. „Es ist besser, mit den jungen Menschen zu reden und ihr Engagement zu fördern, als sie wegen Schuleschwänzens zu bestrafen, wie es die Landesregierung vorhat.“

Schüler zwangsweise dem Unterricht zuführen

Eine entsprechende Anweisung hatte das NRW-Schulministerium erst vor wenigen Tagen erteilt und die Schulleitungen zum Durchgreifen aufgefordert. Die Schüler und Eltern seien über ihre Rechte und Pflichten sowie über mögliche Folgen von Schulpflichtverletzungen zu informieren. Die Schulleiter sollen die Schulpflicht durchsetzen, in hartnäckigen Fällen sei sogar die „zwangsweise Zuführung“ zum Unterricht oder ein „Ordnungswidrigkeitsverfahren“ gegen die Eltern möglich.

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