Nähkreis St. Kamillus

Frauen aus Heidhausen nähen Herzkissen für Krebspatientinnen

In einer Gemeinschaftsaktion stellten die Mitglieder des Nähkreises von St. Kamillus Herzkissen für Krankenhäuser her.

In einer Gemeinschaftsaktion stellten die Mitglieder des Nähkreises von St. Kamillus Herzkissen für Krankenhäuser her.

Foto: Lach

Essen-Heidhausen.  Der Nähkreis der Gemeinde St. Kamillus stellt die kleinen Helfer mit großer Wirkung her. Was die Kissen bewirken und wo sie gebraucht werden.

Die Diagnose Brustkrebs verändert jedes Jahr das Leben von rund 15.000 Frauen in Deutschland. Nach einer OP bleiben die Angst vor einer Rückkehr des Tumors und die täglichen Narbenschmerzen. Als kleine Helfer mit großer Wirkung haben sich sogenannte „Herzkissen“ bewährt. Unter anderem werden sie von Frauen aus Heidhausen genäht.

Zwischen fünf und zehn Frauen sitzen jeden Montagabend im Pfarrsaal von St. Kamillus zusammen. Das Rattern ihrer Nähmaschinen erfüllt mehrere Stunden den Raum. Aber es wird auch viel gelacht und geredet. „Wir helfen einander. Wenn eine etwas nicht kann, weiß eine andere auf jeden Fall Rat“, erklärt Anne Lach. Die Heidhauserin hat vor mehr als fünf Jahren den kleinen Nähkreis in der katholischen Gemeinde ins Leben gerufen.

Passionierte Patchworkerin aus Heidhausen

„Ich nähe schon seit über 25 Jahren“, berichtet die Rentnerin. Im katholischen Stadthaus hatte sie sich damals einem Quilt-Kurs angeschlossen. Weiter ging es im Beginenhof mit einer kleinen Gruppe Patchwork-begeisterter Frauen. „Dann habe ich gedacht, in Heidhausen funktioniert das sicher auch.“

Und das tut es tatsächlich. Neben der Produktion eigener Kleidungsstücke und Accessoires steht das Anfertigen von Kinderkleidung für die Enkel auf dem Programm der wöchentlichen Treffen. „Wir sind jetzt halt in dem Alter, wo die Kinder Nachwuchs bekommen“, sagt Anne Lach schmunzelnd.

Vor ein paar Jahren kamen dann die Herzkissen dazu. Was ist das Besondere an den Kissen? „Sie werden zur Entlastung unter die Achseln gelegt“, erläutert die Heidhauserin. So werde der Druckschmerz auf die Narbe gelindert und der Alltag für die Frauen erträglicher.

Es bestehen Kontakte mit dem Uni Klinikum Essen, dem Helios Klinikum Niederberg und dem Huyssenstift. „Die haben schon häufiger Herzkissen bekommen und hatten nun wieder Bedarf signalisiert.“ Also wurden in den vergangenen Wochen die eigenen Projekte erst einmal zur Seite gelegt und in einer Gemeinschaftsaktion zahlreiche Herzkissen genäht.

Eine perfekte Gemeinschaftsaktion

Eine perfekte Gemeinschaftsaktion: Während einige nach den bewährten herzförmigen Vorlagen die 34 mal 38 Zentimeter großen Kissen herstellten, haben die anderen sie mit Inlett gefüllt. „Das stammt von Kissen aus einem schwedischen Möbelhaus“, verrät Anne Lach. „Die haben an der Kasse etwas dumm geguckt, was ich so viele Kisseninletts kaufe. Aber als ich den Sinn erklärt habe, gab es nur Zustimmung.“ Eine Angestellte habe sogar erzählt, dass ihr persönlich so ein Herzkissen auch sehr geholfen habe nach einer Operation. „Weil diese Kissen für den Heilungsprozess der Frauen so wichtig sind, werden wir auch weiter welche nähen“, sagt die Heidhauserin.

Die Kissen sind im Übrigen so individuell wie ihre Herstellerinnen. Die Stoffe stammen aus ausgemusterten Blusen und Hemden sowie anderen Baumwollstoffen.

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