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Frankfurter Investor knipst denkmalgeschütztes Osram-Haus an

Denkmalgeschützt, aber seit mehr als einem Jahrzehnt leerstehend und eher ein Schandfleck fürs Viertel: das „Osram“-Haus an der Kruppstraße.

Foto: Kerstin Kokoska

Denkmalgeschützt, aber seit mehr als einem Jahrzehnt leerstehend und eher ein Schandfleck fürs Viertel: das „Osram“-Haus an der Kruppstraße. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Nach ehrgeizigen Plänen, einer Insolvenz und sechs Jahren Dornröschenschlaf laufen derzeit die Vorarbeiten zum Umbau als Boardinghouse.

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Wenn es nach den Plänen von einst gegangen wäre, hätten hier schon vor sechs Jahren die ersten Hotelbesucher ihr müdes Haupt gebettet. Stattdessen war es der denkmalgeschützte Bau an der Kruppstraße selbst, der nach einer Phase vollmundiger Versprechungen 2012 wieder in den Dornröschenschlaf verfiel. Jetzt schickt sich ein Frankfurter Investor an, das Licht im „Osram-Haus“ wieder anzuknipsen, das ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn vor rund 13 Jahren ausgemacht hat.

„Osram“-Haus, der Name rührt von einer auffälligen Leuchtreklame der Leuchtmittel-Firma her, die in den 1930er-Jahren auf dem Treppenhaus-Dach installiert war. Tatsächlich gehörte die Immobilie dem Möbel-Großhändler Rosendahl & Bachrach („RoBa“), der den sechsgeschossigen Bau vor genau 100 Jahren nach den Plänen des Architekten Ernst Knoblauch (Allbau- und Schossau-Haus) errichten ließ. 1987 trug die Stadt das „Osram“-Haus in die Denkmalliste ein.

Mietvertrag fürs Hotel war unter Dach und Fach

Architekten können sich heute noch für die Immobilie im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ begeistern, der Alltag sieht jedoch eher trostlos aus: Der Bau verfällt zusehends, keiner scheint sich mehr über eingeschlagene Scheiben und Graffiti-Schmierereien aufzuregen.

Dabei sah es vor knapp sechs Jahren so aus, als würde der markante Eckbau nach jahrelangem Siechtum wachgeküsst: Die Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung (WGF) hatte den Bau erworben und schmiedete Pläne, dort ein 144-Zimmer-Hotel unterzubringen. Mit der Ludwigsburger Hotelkette acom, einem Unternehmen der Nestor-Hotel-Gruppe, war sogar ein Betreiber gefunden und ein Mietvertrag über 25 Jahre unter Dach und Fach.

Im Zuge der Insolvenz aus dem Blick geraten

Doch dann geriet die WGF in finanzielle Turbulenzen, musste Insolvenz anmelden, und das Projekt rutschte aus dem Blickwinkel.

Das ändert sich in diesen Tagen: Im „Osram“-Haus an der Kruppstraße 30 laufen die Vorarbeiten zu einem großangelegten Umbau an. Kein Hotel ist diesmal geplant, sondern die Revitalisierung der Immobilie zu einem so genannten „Boardinghouse“, ein Beherbergungsbetrieb, der vor allem Mitarbeitern von Unternehmen ein Zuhause auf Zeit bietet, die für fest umrissene Projekte in die Region kommen.

Noch liegt keine Baugenehmigung vor, doch die Gespräche mit dem Frankfurter Investor laufen, und nach Informationen aus dem Planungs- und Bauordnungsamt der Stadt steht dem Okay nichts Größeres im Wege.

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