Folkwang Uni

Folkwang-Studenten bezaubern mit Sommeroper „Wunderland“

Ins Wunderland laden Studenten der Folkwang Universität der Künste jetzt ein.

Ins Wunderland laden Studenten der Folkwang Universität der Künste jetzt ein.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen.   Folkwang-Studenten zeigen die Sommeroper Wunderland: Mit alten Bekannten wie der Grinsekatze und vier Alices. Premiere ist Donnerstag, 13. Juni.

Diese Woche heißt es am Folkwang Campus in Werden wieder Bühne frei für die Studierenden der Fächer Gesang und Musiktheater. Im Rahmen der Sommer-Werkstatt zeigen sie eine ganz eigene Version des Kinderklassikers „Alice im Wunderland“. Komponiert von Anno Schreier wurde „Wunderland“ als Musiktheaterstück für Kinder und Erwachsene bislang vier Mal (Uraufführung war im Jahr 2013 in Würzburg) aufgeführt.

Gleich vier kleine Alices stürzen ins Wunderland

Und nun also in Werden. Dort hat sich Susanne Frey, lange Zeit selbst als Dozentin an der Folkwang Uni tätig, des Stückes angenommen. Ihre überraschungsreiche Inszenierung fesselt von Anfang an. „Ich habe extra einige unerwartete Wendungen und neue Elemente eingebaut“, sagt sie. So schickt sie gleich vier Alices auf die kleine Bühne des Pina-Bausch-Theaters. Ein Kunstgriff, der direkt in der ersten Szene überzeugt: Während Alice über ihrem Märchenbuch einschläft, betritt die nächste das Tal der Träume. Angelockt durch das weiße Kaninchen, erleben danach gleich alle vier Protagonistinnen den Sturz ins Wunderland. Und begegnen dort in rasanter Folge dem grotesken Personal von Lewis Carroll: Sprechende Türen müssen geöffnet, Tränenmeere mit Hilfe einer Maus überquert und Drachenungeheuer besiegt werden. Auf ihrer Reise jenseits aller Erwachsenenlogik treffen sie auf so verschrobene Charaktere wie die rauchende Raupe, den verrückten Hutmacher, die Tigerlilie und die schnurrende Grinsekatze.

Ein Höhepunkt des Stücks ist der graziöse Katzentanz

So bunt, so facettenreich wie die Figuren ist die Musik von Anno Schreiers 16 Episoden umfassenden Songzyklus. Geschrieben hat der 39-Jährige die operettenhaften Lieder für die ziemlich ungewöhnliche Kombination von Klarinette, Schlagzeug, Akkordeon und Kontrabass. Das Ensemble – bestehend aus vier Sängerinnen, einem Sänger und einer Tänzerin - wechselt dabei virtuos zwischen den mehr als 20 Rollen: Mal komisch, mal anmutig, mal geheimnisvoll, aber immer stimmgewaltig verzaubern sie das Publikum und leiten es durch die Geschichte.

Dabei zeigen die jungen Studenten aus verschiedenen Semestern eindrucksvoll ihr ganzes Können. Allen voran Alina Grzeschik: Ihr graziöser Katzentanz, bei dem sie singend schnurrt, maunzt, buckelt und dabei lasziv ihre Krallen ausfährt, ist sicherlich einer der Höhepunkte von „Wunderland“.

Junge Talente zeigen ihr Können auf der Bühne

Äußerst talentiert sind nicht nur die Musiker, Sänger und Sängerinnen, die allesamt gerade am Anfang ihrer Karriere stehen. Sondern auch die vier Studenten, die für die Kulisse und das Bühnenbild zuständig sind: Auf gleich zwei Leinwände (eine große, nahezu durchsichtige vor und eine weitere kleine hinter der Bühne) projizieren sie die passenden Bilder und Videos zum „Wunderland“ – und erzeugen so eine ganz besondere Atmosphäre. Die ist manchmal auch etwas düster und unheimlich. „Doch das finden nur die Erwachsenen“, weiß Komponist Anno Schreier, „Kinder haben da einen ganz anderen Blick. Sie lassen eben ihrer Vorstellungskraft freien Lauf.“ Und tun es damit der Heldin gleich, die am Ende zu dem Schluss kommt: Des Rätsels Lösung ist die Fantasie.

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