Flughafen Düsseldorf

Fluglärmgegner fordern: „Nach 22 Uhr muss Schluss sein“

Eine Boing im Anflug über dem Kirchturm der katholischen Kirche St. Peter in Essen-Kettwig.

Eine Boing im Anflug über dem Kirchturm der katholischen Kirche St. Peter in Essen-Kettwig.

Foto: Ulrich von Born

Essen.   Initiativen starten eine Kampagne für ein striktes Nachtflugverbot. Grüne beklagen: Die neue Entgeltordnung am Flughafen versagt beim Lärmschutz.

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Der Verein „Bürger gegen Fluglärm“ und weitere Initiativen, die sich für Lärmschutz rund um den Flughafen Düsseldorf einsetzen, machen mobil. Ihre Forderung lautet: „Um 22 Uhr muss Schluss sein.“ Mit einer gleichlautendem Kampagne fordern sie den Landesverkehrsminister auf, endlich für Ruhe zu sorgen.

Fluglärmgegner sammeln Unterschriften

„Wir erwarten von Verkehrsminister Hendrik Wüst, dass er die bestehende Betriebsgenehmigung für den Flughafen ändert und ein striktes Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 7 Uhr verhängt“, formuliert Werner Kindsmüller, Vorsitzender des Vereins Kaarster gegen Fluglärm und Koordinator der Kampagne.

Mit Postkarten und Unterschriftenlisten wollen die Fluglärmgegner ihrer Forderung in den nächsten Monaten Nachdruck verleihen. Bei Hausbesuchen und an Info-Ständen will man die Bevölkerung dazu aufrufen, die Forderung zu unterstützen. Die Unterschriften sollen dem Minister übergeben werden.

Anlass ist die steigende Zahl an so genannten Nachtflügen. Im vergangenen Jahr starteten bzw. landeten demnach 11 673 Maschinen nach 22 Uhr, davon allein 7326 in den Sommermonaten. Alles deute darauf hin, dass in diesem Jahr neue Rekorde aufgestellt würden. In den ersten fünf Monaten des Jahres seien bereits 4448 Flüge nach 22 Uhr verzeichnet worden. In keiner anderen Stunde seien Anwohner mehr Fluglärm ausgesetzt als zwischen 22 und 23 Uhr.

Regierung antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen

Dazu passt die Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen zur neuen Entgeltordnung am Flughafen Düsseldorf. Die Neugruppierung von Flugzeugen in andere Lärmklassen sollte laut Flughafen und Verkehrsministerium Anreize schaffen, damit Fluggesellschaften leisere Maschinen einsetzen. „Dies ist aber offensichtlich Augenwischerei“, kritisiert der Essener Abgeordnete Mehrdad Mostofizadeh.

Zwar wurden fünf Flugzeugtypen in höhere und damit teurere Lärmklassen eingestuft. Diese machten 2017 jedoch nur 1737 Flugbewegungen aus. Vier Flugzeugtypen wurden in preiswertere Klassen abgestuft. Auf diese Maschinen kamen im vergangenen Jahr 18 249 Starts und Landungen. Gänzlich ohne Bedeutung seien die teuersten Lärmklassen, in diese fielen gerade einmal vier Maschinen. Mostofizadeh zieht folgendes Fazit: „Die neue Entgeltordnung am Flughafen Düsseldorf versagt beim Lärmschutz.“

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