Flüchtlinge

Flüchtlingskinder dürfen nicht mit Pfadfindern verreisen

Die Pfadfinder aus Burgaltendorf.      

Foto: Jan Ekkert

Die Pfadfinder aus Burgaltendorf.      

Essen-Burgaltendorf.   Burgaltendorfer Pfadfinder laden Kinder aus Flüchtlingsfamilie zur Pfingstfahrt ein. Doch die dürfen wegen der Gesetzeslage NRW nicht verlassen.

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Mit einer Ferienfreizeit wollten die Pfadfinder vom Stamm Vereinigte Ruhrhalbinsel auch Flüchtlingskindern aus Burgaltendorf die Pfingsttage versüßen. Doch daraus wird nichts.

Schon seit Jahrzehnten treffen sich jedes Jahr rund 4000 Pfadfinder aus ganz Deutschland in ihrem Bundeszentrum St. Georg in Westernohe im Herzen von Rheinland-Pfalz. So auch am 2. bis 5. Juni, wo auf alle ein Programm voller Abenteuer und Spielaktionen wartet.

Auch der Stamm aus Burgaltendorf ist wieder mit von der Partie – allerdings nicht in geplanter Gruppenstärke. Gruppenleiter Jan Ekkert: „Wir haben insgesamt 20 Plätze frei, weil wir erstmals das Glück haben, mit insgesamt sieben Betreuern reisen zu können.“ Deshalb wollten die Pfadfinder diesmal auch einigen Flüchtlingskindern die Chance geben, einmal eine Auszeit vom Alltag zu nehmen und ein paar unbeschwerte Tage in der Natur zu verbringen.

Fünf Flüchtlingskinder einer Familie wollten mitfahren

„Wir haben Kontakt zur Flüchtlingsberatung der Diakonie gesucht, um zu erfragen, ob Interesse bei Familien vom Standort Worringstraße besteht“, so Ekkert. Mit Erfolg: Gleich fünf Kinder einer Familie waren Feuer und Flamme, doch schon bald schlug die Stimmung in große Enttäuschung um.

„Die Ausländerbehörde teilte uns auf Nachfrage mit, dass die Kinder das Bundesland nicht verlassen dürfen, da die Familie derzeit nur geduldet ist“, erklärt Diakonie-Sprecher Bernhard Munzel. Ein Status, der praktisch der Aussetzung der Abschiebung gleichkommt. „Eine Ausnahme sei daher nicht möglich, hieß es“, so Munzel.

Pfadfinder kümmerten sich um die Reisekosten

„Wir wollten das gar nicht glauben“, sagt Ekkert, „doch so sieht es das Gesetz vor“. Dennoch hegt er Zweifel, ob die Ausnahme der Regel nicht möglich gewesen wäre. „Ich kann zwar verstehen, dass der Kontakt zu den Flüchtlingen jederzeit möglich sein sollte. Doch Hand aufs Herz: Wir reden hier von einem Zeitraum von vier Tagen. Und das über Pfingsten.“

Sogar über eine mögliche externe Finanzierung – das Wochenende kostet 120 Euro pro Kind – hatte sich Ekkert Gedanken gemacht. „Da gibt es das Bildungs- und Teilhabepaket NRW, doch das nutzt uns nun nichts.“ Zwei der Plätze sind wieder belegt. Interessenten können sich noch bis zum 22. Mai melden: Telefon: 0173-29 92 626.

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