Tanzfest in Werden

Flashmob beim Tanzfest der Essener Grundschulen

Groovende Bären: die Klasse 2a der Cosmas und Damian-Schule in der Sporthalle im Werdener Löwental.

Groovende Bären: die Klasse 2a der Cosmas und Damian-Schule in der Sporthalle im Werdener Löwental.

Foto: Reiner Worm / FUNKE Foto Services

462 Kindern aus 13 Essener Grundschulen kommen zum großen Tanzfest ins Werdener Löwental. Und sie zeigen groovende Bären und einen Flashmob.

ESSEN-WERDEN. Nicht zu Unrecht gilt Essen als ein Zentrum für Tanz. Davon ist an diesem Tag auch ganz viel zu spüren, denn in der Werdener Sporthalle trifft man sich zum Tanzfest der Essener Grundschulen. Aus dem ganzen Stadtgebiet strömen sie ins Löwental. Die Grundschüler reisen an mit S-Bahn oder Schulbus, eine Gruppe kann sogar zu Fuß kommen. Die Kinder der Werdener Heckerschule haben es ja nicht weit.

Cinthia Nisiyama leitet dort die Tanz AG und führt mit Erst- und Zweitklässlern den Tanz „Uakiti“ auf. Später sind die älteren Heckerschüler mit „Amar“ an der Reihe. Seit fast 30 Jahren gibt es schon diese Veranstaltung, bei der kleine Menschen vor großem Publikum zeigen können, was sie zuvor oft monatelang einstudiert haben.

Moderator Michael Schwarz weiß zu jeder Schule etwas zu berichten
Fantasievolle Kostüme, fetzige Musik, aber auch ein bisserl Nervosität: Kriege ich die Schritte noch auf die Reihe? Wann ist mein Einsatz? Nach und nach bittet Moderator Michael Schwarz die einzelnen Gruppen auf die Bühne. Er weiß zu jedem Tanzstück, zu jeder Schule etwas zu berichten. Schwarz ist Berater im Schulsport und seit 1998 fürs Tanzfest verantwortlich. „Wir haben diesmal 20 Tänze mit insgesamt 462 Kindern aus 13 Essener Schulen.“

Die Stiftsschule überrascht schwungvoll mit akrobatischen Elementen. Die „Glimmer Girls“ haben sogar Spagat und kunstvoll gestapelte menschliche Pyramiden im Repertoire. Die 4a der Schule am Krausen Bäumchen mit erfreulich vielen Jungen am Start hat ihre Choreographie ganz allein gestaltet. Zu „Wake me up“ von Amici zeigen die Kinder eine ausgeklügelte Darbietung und ernten auch großen Beifall.

Perfekte Inszenierung der Friedenschule

An der Friedenschule ist Tanzen etwas ganz Besonderes. Sie ist mit gleich 80 Kindern angerückt und bezaubert zu „Kutschitschi“ mit einer perfekten Inszenierung. Gleich mehrere Kreise drehen sich, ein scheinbares Durcheinander findet wieder zur Ordnung zurück und endet mit beeindruckenden Hebefiguren. Hier betont der Moderator: „Tanzen schult auch die Orientierung im Raum.“

Die Friedenschule hat als Überraschung noch einen waschechten Flashmob mitgebracht. Alle Teilnehmer machen mit und die Tanzfläche quillt förmlich über. Zu „Troublemaker“ wackeln die „Ladies“ mit den Hüften und die „Boys“ sehen unglaublich cool aus. Angéla Wilmer steht auf der Zuschauertribüne und dirigiert die Massen. Ein fröhliches Miteinander aller Kinder.

Darbietung der Werdener Tanzabteilung

Dann gibt es eine Darbietung der Werdener Tanzabteilung. Die acht Elevinnen schweben zu den Klängen von „Scaramouche“ anmutig übers Parkett und die Grundschüler bekommen vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zu: „Das möchte ich auch können…“ Da gibt da durchaus eine Chance. Das Gymnasium Essen-Werden ist nämlich das einzige in Deutschland, das die Möglichkeit einer professionellen Ausbildung im klassischen und zeitgenössischen Tanz bietet. Michael Schwarz hat bewusst die Kooperation mit dem Gymnasium verstärkt: „Das ist ein Pfund, was wir hier haben in Werden.“

Zu diesem Thema interviewt er Heinz Loigge. Der ist Fachvorsitzender Tanz und berichtet über die einmaligen Möglichkeiten im Löwental. So beherbergt der frühere Bahnhof jetzt das Tanzhaus des Gymnasiums. Hier finden sich schöne Ballettsäle, in denen tanzbegeisterte Kinder ab der 5. Klasse eine Tanzausbildung absolvieren. Später könnten sie eine Abiturprüfung ablegen und mit dieser Spitzenempfehlung vielleicht sogar eine Karriere als Tänzer einschlagen.

Nach dem Auftritt geht’s ins Tanzhaus

Die Grundschüler sind nach ihrem Auftritt zum Besuch des Tanzhauses eingeladen. Hier dürfen sie den Gymnasiasten beim Training zusehen und sogar bei einem Tanz selbst mitmachen. Michael Schwarz: „Da können die Kinder schon mal gucken, wo es für sie hingehen könnte.“

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