Tag der offenen Tür

Feuerwehr Essen zeigt beim Tag der offenen Tür, was sie kann

Umgang mit Feuer gehört zum Standard. Anhand von Demonstrationsbränden zeigte die Essener Feuerwehr wie sie löscht.

Umgang mit Feuer gehört zum Standard. Anhand von Demonstrationsbränden zeigte die Essener Feuerwehr wie sie löscht.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen.  Vor viel Publikum demonstrierte die Essener Feuerwehr ihr Können - auch um Nachwuchs zu werben. Sportlichkeit ist wichtig, anderes entbehrlich.

Flammen züngeln in den Himmel, Feuerwehrleute rennen umher, Schläuche werden ausgerollt. Was nach einem dramatischen Einsatz klingt, ist zum Glück nur eine gut geplante Show – bei den beiden Tagen der offenen Tür der Essener Feuerwehr wurde den Gästen auch ohne Flammenwerfer bei heißen Temperaturen einiges geboten.

Mike Filzen, Sprecher der Essener Feuerwehr, betrachtet das Treiben aus dem Schatten. Er versorgt nicht nur über 19.000 Facebook-Fans mit minutenaktuellen Informationen zu den Einsätzen, sondern weiß auch, wie sich die Hitze auf dem Innenhof der Feuerwache am besten aushalten lässt: „Gerade haben wir unsere Ikonos-Schläuche aufgebaut, durch viele kleine Löcher erzeugen sie eine Wand aus Spritzwasser.“

Spritzwasser diente auch der Erfrischung der Gäste

Normalerweise werden diese Schläuche genutzt, um die Einsatzkräfte im Ernstfall von der glühenden Hitze des Brandes abzuschirmen – beim Tag der offenen Tür dienten sie glücklicherweise nur als Erfrischung für die Gäste, aber auch für die Feuerwehrleute. Bei zahlreichen Einsatzübungen, darunter eine Rettung einer Person aus einem verunfallten Auto und diverse Löschvorführungen bei über 30 Grad, gerieten sie ordentlich ins Schwitzen. Die Belohnung: leuchtende Augen bei den großen, vor allem aber natürlich bei den kleinen Besuchern.

Da wundert es kaum, dass sich die Essener Jugendfeuerwehren als echtes Erfolgskonzept entpuppt haben. „Fast überall, wo es in Essen eine freiwillige Feuerwehr gibt, hat sich mittlerweile auch eine Jugendfeuerwehr angesiedelt“, berichtet Mike Filzen nicht ohne Stolz. Die Plätze dort seien sehr gefragt. Und doch kämpft die Berufsfeuerwehr seit Jahren um junge Männer und Frauen, die sich auch eine langfristige berufliche Zukunft in der Feuerwehr vorstellen können.

Handwerkliche Berufsausbildung nicht mehr zwingend notwendig

Christian Bajorat ist für Personalfragen verantwortlich und weiß, welche Voraussetzungen potentielle Bewerber mitbringen müssen: „Sie sollten in erster Linie sportlich sein, es gibt auch einen Test, bei dem wir das überprüfen. Dazu gibt es noch eine Theorieprüfung am Computer und ein Gespräch.“ Das alte Dogma, dass jeder Anwärter zuvor einen handwerklichen Beruf erlernt haben muss, habe man in der jüngeren Vergangenheit liberalisiert, so Bajorat.

„Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Gesellenbrief ist nach wie vor Grundvoraussetzung. Allerdings haben wir auch einige Bewerber, die zum Beispiel einen kaufmännischen Beruf erlernt haben. Diese sollten uns dann aber auf jeden Fall zeigen, dass sie über technisches Geschick verfügen – zum Beispiel, weil sie in der Freizeit gerne an Autos schrauben, in der Werkstatt des Vaters mitgearbeitet haben oder anderweitig technikaffin sind.“

Eine weitere Ausnahme stellt der Rettungsdienst dar. Mike Filzen: „Gerade in diesem Bereich gibt es viele Stellen, die sich sehr gut für Menschen eignen, die zum Beispiel einen Pflegeberuf erlernt haben.“ Und auch wer alternative Karrieremodelle suche, könne bei der Feuerwehr glücklich werden – Mike Filzen selbst ist da wohl das beste Beispiel. Seit rund 20 Jahren betreut er die Kommunikation der Feuerwehr und hat somit schon lange den Löschschlauch gegen Kamera und Smartphone eingetauscht.

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