Feuerwehr

Warum in modernen Häusern das Kohlenmonoxid-Risiko steigt

Die Essener Feuerwehr rät zur Installation von solchen CO-Warnmeldern

Foto: Dirk Bauer

Die Essener Feuerwehr rät zur Installation von solchen CO-Warnmeldern Foto: Dirk Bauer

Essen.   Das Kohlenmonoxid-Risiko in Gebäuden wird unterschätzt. Je dichter das Haus, desto geringer der Luftaustausch. Gas-Melder können Leben retten.

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Farblos, geruchlos und bereits in geringer Dosis tödlich: Die Essener Feuerwehr warnt vor einer steigenden Gefahr möglicher Kohlenmonoxid-Konzentrationen in Haushalten. Immer besser gedämmte Häuser und luftdichte Fenster treffen neben den herkömmlichen gas- und ölbetriebenen Heizungsanlagen auf den zunehmenden Trend zu Kaminöfen, Ethanol-Brennern und anderen Feuerquellen.

Sei es durch einen technischen Defekt oder eine Unachtsamkeit – schnell entsteht bei einer Verbrennung in dem Umfeld immer austauschärmerer Gebäude eine gefährliche Mischung, die kein menschliches Sinnesorgan wahrnimmt.

Die Feuerwehr will zwar keine Panik verbreiten, jedoch auf die großen Risiken aufmerksam machen, die ein kleines technisches Gerät durchaus wirksam minimieren kann: Die Installation so genannter CO-Warnmelder als potenzielle Lebensretter ist im Gegensatz zu Rauchmeldern keine gesetzliche Pflicht, wird von den Brand-Experten an der Eisernen Hand aber wärmstens empfohlen – zur eigenen Sicherheit.

Kohlenmonoxid kann durch Wände ziehen

„Kohlenmonoxid ist besonders gemein und kann sogar durch Wände ziehen“, sagt Feuerwehrsprecher Mike Filzen, der sich an eine Reihe brisanter Einsätze erinnert: Sei es der laufende Motor in einer Garage, dessen Abgase in eine Souterrain-Wohnung zogen, obwohl es keine offene Verbindung zwischen den Gebäuden gab. Oder die Gas-Vergiftung dreier Bewohner eines Hauses an der Heisinger Straße,verursacht durch einen glühenden Holzkohlegrill im Wintergarten.

Zwei der Opfer mussten mit einem Rettungshubschrauber zu einer Überdrucktherapie in eine Spezialklinik geflogen werden. Abgesehen von Selbstmorden durch Kohlenmonoxid sind in Essen aus der jüngeren Vergangenheit glücklicherweise keine CO-Todesfälle durch Ersticken wie nach den beiden folgenschweren Heizungs- oder Thermen-Defekten zu Beginn des Jahres in Mülheim bekannt.

Warnmelder in Augenhöhe montieren

Damit das so bleibt, sollte nach einer Anschaffung eines CO-Melders, der zwischen 20 und 100 Euro kostet, bei der Installation etwas beachtet werden: Die Geräte gehören nicht wie Rauchmelder an die Decke, sondern sollten in Augenhöhe montiert werden, sagt Filzen. In Schlafzimmern entsprechend niedriger, weil man dort die meiste Zeit im Liegen atmet.

Denn CO ist nur geringfügig leichter als Luft, steigt nicht zuverlässig in die Höhe des Raums, sinkt aber auch nicht auf den Boden ab. Doch gerade diese Eigenschaft macht das Atemgift umso tückischer, warnt die Feuerwehr.

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