Gastronomie

Familie Kim brachte koreanische Küche als erste nach Essen

Sang Yong Kim mit Ehefrau Yong Soon und Bruder Jesik (v.l.)

Foto: Knut Vahlensieck

Sang Yong Kim mit Ehefrau Yong Soon und Bruder Jesik (v.l.) Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Rüttenscheid.   Familie Kim eröffnete 1981 das Restaurant „Sa Rang Bang“ – als erstes seiner Art in der Region. Folge elf der Serie „Gesichter der Gastronomie“.

Als Sang Yong Kim und sein jüngerer Bruder Jesik in den 1980er Jahren zunächst nach Gelsenkirchen kamen, waren sie zwar Exoten unter den zahlreichen Gastarbeiterkindern. „Aber das war nie ein Problem für uns. Koreaner passen sich immer schnell an, das ist unsere Kultur“, sagt Jesik Kim und lacht. Gemeinsam mit seinem Bruder und dessen Frau Young-soon ist er das Herz und die Seele des „Sa Rang Bang“, das 1981 als erstes koreanisches Restaurant des Ruhrgebiets in Essen eröffnete.

„Unsere Eltern waren bereits in den 1970er Jahren als Bergmann und Krankenschwester ins Ruhrgebiet gegangen. Wir blieben als Kinder erst bei unseren Großeltern in Seoul, ehe wir später nachfolgen konnten“, erinnert sich Sang Yong Kim, der den Restaurantbetrieb 1994 von seinen Eltern übernahm. Bis heute schauen die beiden Gründer Young-Gun und Jung-Aan Kim, die zurzeit Heimaturlaub in Seoul machen, regelmäßig bei ihren Söhnen im Restaurant vorbei, das seinen Standort mehrfach wechselte.

Ein Großteil der Gäste ist Stammkundschaft

Nach Stationen in Steele und an der Hedwig­straße in Rüttenscheid zog das „Sa Rang Bang“ 2006 an die Joseph-Lenné-Straße nahe der Gruga – fernab von der Laufkundschaft der Rüttenscheider Straße. Da ein Großteil der Gäste Stammkunden seien, falle die Lage nicht allzu schwer ins Gewicht, sagt Jesik Kim.

Sogar aus Düsseldorf und Bochum kämen viele Gäste. Das liege sicherlich auch an der vergleichsweisen Einzigartigkeit, vermutet Jesik Kim: „Die koreanische Community in Essen ist klein, umfasst vielleicht 100 Leute, wenn man von den vielen Studenten einmal absieht. Entsprechend gab es nie viele Restaurants mit landestypischer Küche.“

Gerichte werden in koreanischen Gewändern serviert

Die beiden Brüder wissen, wie hart ihre Eltern darum kämpften, typische Gerichte wie Kimchi – scharf marinierten Chinakohl – und Bulgogi – gegrilltes Rindfleisch mit jeder Menge Gewürzen — dem deutschen Gaumen schmackhaft zu machen. „Die Küche war hier in der Region ja damals völlig neu. Ebenso wie die Zubereitung direkt am Tisch. Aber unsere Eltern haben nie aufgegeben“, sagt Sang-Yong Kim.

Neben der gewachsenen Stammkundschaft sind auch viele jüngere Gäste ein Lob für die Küche der Familie Kim. „Immer mehr junge Deutsche zieht es zum Studium oder zum Reisen nach Korea. Dort entdecken sie die koreanische Küche für sich und kommen dann zu uns“, hat auch Young-soon Kim beobachtet, die die Gerichte in traditionell koreanischen Gewändern serviert.

Obwohl sie die koreanische Kultur leben und schätzen, so seien sie auf dem Personalausweis und im Herzen längst deutsch, sagt Jesik Kim lächelnd: „Der letzte Besuch in Korea ist lange her. Wenn wir Urlaub machen wollen, fahren wir am liebsten nach Österreich, zum Wandern in die Berge.“

>> Mehr Infos über das Sarangbang

Das Sarangbang ist an der Joseph-Lennestr. 29 in 45131 Essen-Rüttenscheid. Reservierungen sind telefonisch möglich unter: (0201) 79 03 04.

Geöffnet ist das Lokal dienstags bis sonntags von 12 bis 15 Uhr und abends von 18 bis 24 Uhr. Montags ist Ruhetag, ausgenommen Feiertage.

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