Nach dem Brand

Familie feiert Richtfest auf dem Weg zurück in den Alltag

Sachar und Yvonne Schoner konnten wenigstens den Porzellanengel aus dem brennenden Haus retten. Jetzt bekommt er im Neubau einen Ehrenplatz.

Foto: Christof Köpsel

Sachar und Yvonne Schoner konnten wenigstens den Porzellanengel aus dem brennenden Haus retten. Jetzt bekommt er im Neubau einen Ehrenplatz. Foto: Christof Köpsel

Essen-Frohnhausen.   Vor knapp zwei Jahren brannte in Frohnhausen ein Fachwerkhaus ab. 16 Personen verloren ihr Dach über den Kopf. Jetzt wächst ein Neubau heran.

Endlich ist ein Ende in Sicht. Mit dem Neubau an der Hamburger Straße in Frohnhausen wächst in der Familie Schoner auch die Zuversicht, über den schrecklichen Brand vom 26. Juli 2016 allmählich hinweg zu kommen. Am Donnerstag feierte sie Richtfest ihres neuen Heims.

Im vergangenen Frühjahr stand endgültig fest, dass das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1839 nicht mehr zu retten war. Denkmalschutz hin, Denkmalschutz her. „Die Balken waren so geschädigt, dass sie das Haus nicht mehr halten konnten“, erklärt Yvonne Schoner. Besonders für ihren Ehemann Sachar sei das schlimm gewesen, denn er hatte viel Arbeit in das Haus gesteckt.

Noch immer wohnt die Familie Schoner, die durch Baby Maximilian vor einem halben Jahr zum Sextett worden ist, in einer ehemaligen Arztpraxis. Die hatte ein Nachbar unkompliziert zur Verfügung gestellt, als die Familie nach dem Feuer schnellstens ein Dach über dem Kopf brauchte. Nun ist der Einzug in das neue Wohnhaus in greifbarer Nähe. „Wir hoffen, dass wir im Mai umziehen können“, sagt Yvonne Schoner.

Enger Kontakt zu ehemaligen Nachbarn

Engen Kontakt pflegt sie mit ihren ehemaligen Nachbarn Ralf Haßelbächer und Petra Meyer, die das Richtfest mitfeierten. „Wir sind gut befreundet. Wenn einer Hilfe braucht, ist der andere da“, sagt Ralf Haßelbächer. Er selbst hat mit seiner Freundin von der großen Hilfswelle, die nach dem Brand in Frohnhausen ausgelöst worden war, profitiert: An der Kielstraße fanden sie schnell eine neue Wohnung, die sie nun nicht mehr tauschen möchten.

Doch auch der 45-Jährige kann den Brand nicht vergessen. „Ich habe damals den Rauch und das Feuer gesehen und schnell alle aus dem Haus geschickt“, erinnert er sich. Immer wieder mal habe er nachts die Bilder vor Augen. „Und wenn ich ein Martinshorn höre, werde ich ein bisschen nervös. Es ist ja zuletzt einiges passiert in Essen, da kann man sich jetzt gut in die Leute hineinversetzen.“

Auch die Nachbarn hatten Angst

Doch nicht nur den insgesamt 16 Frohnhausern, denen damals die Wohnung abgebrannt ist, auch die unmittelbaren Nachbarn sind froh, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist. „Wir hatten Angst, dass die Flammen auf unser Haus überspringen. Zum Glück war es damals windstill“, blickt Heike Nöll zurück. Ihr Ehemann Friedhelm bedauert, dass das Fachwerkhaus abgebrochen werden musste: „Ich bin ein bisschen traurig, dass Altes verloren geht.“

Familie Schoner guckt jetzt nach vorn. Alle sechs Wohnungen sind vermietet. Im Sommer geht das Leben an der Hamburger Straße – hoffentlich – wieder seinen normalen Gang.

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