Tragödie

Fall Luis: Essener Jugendamt will sich überprüfen lassen

Für den toten Luis sind am Hauseingang Kerzen abgestellt worden.

Für den toten Luis sind am Hauseingang Kerzen abgestellt worden.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Externe Ermittler sollen klären, ob das Essener Jugendamt im „Fall Luis“ falsche Entscheidungen getroffen hat. Junge war am Samstag verdurstet.

Nach dem Tod des zweijährige Luis am Wochenende in Altenessen will die Stadt einen externen Gutachter einschalten, der die Vorgänge im Jugendamt durchleuchten soll. Das erklärte der städtische Jugend-Dezernent Muchtar Al Ghusain, der nach Bekanntwerden des Vorfalls seinen Heimat-Urlaub in Würzburg abbrach und nach Essen zurückgekehrt ist.

Wie berichtet, verdurstete der Zweijährige am Samstag, nachdem er etwa 18 Stunden ohne Getränke von seinem Vater in einem Dachgeschosszimmer eingesperrt war. Die Stadt hatte daraufhin mitgeteilt, seit Ende letzten Jahres im Kontakt mit der Familie gestanden zu haben. Seit Donnerstag, 1. August, sollte die Familie täglich Besuch vom Jugendamt erhalten. Der Vater sitzt in Untersuchungshaft wegen Mordverdachts. Bereits Mitte Juli war die Polizei in das Haus am Ellernplatz gerufen worden wegen wiederholten Streitigkeiten der Eltern.

„Wir wollen uns extern begleiten lassen, was die Überprüfung der grundsätzlichen Fachstandards des Jugendamtes angeht“, kündigte Al Ghusain an. Auch der konkrete Fall soll überprüft werden. Außerdem wird für Anfang September - der Termin steht noch nicht ganz fest - eine außerordentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses angesetzt. Die Sitzung im Rathaus wird allerdings nicht öffentlich sein, „weil nicht auszuschließen ist, dass sensible Daten genannt werden“, so Al Ghusain. Die Presse soll an jenem Tag jedoch direkt danach unterrichtet werden. „Die Betroffenheit über den Fall ist in der gesamten Stadtverwaltung sehr groß“, so Al Ghusain.

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