Hilfe in Zeiten von Corona

Ev. Jugend Essen-Werden erledigt Einkäufe für Risikogruppe

Carola Deutscher und Helena Hoppe von der Ev. Jugend Werden kaufen ein. Die Übergabe an Menschen aus der Risikogruppe ist kontaktlos.

Carola Deutscher und Helena Hoppe von der Ev. Jugend Werden kaufen ein. Die Übergabe an Menschen aus der Risikogruppe ist kontaktlos.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Werden.  Corona: Es gibt immer mehr Angebote zum Einkaufsservice für Menschen der Risikogruppe. Kirchen und Private bieten Hilfen. Ein Werdener Beispiel.

Die Ansteckungsgefahr vermeiden und die Risikogruppe schützen – darum geht es in erster Linie in diesen Zeiten. Insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen oder einem schwachen Immunsystem sollten gänzlich Zuhause bleiben und den Kontakt zu anderen Personen unbedingt meiden, um sich nicht mit dem Covid-19-Virus zu infizieren.

Umso wichtiger ist es, dass genau diese Menschen derzeit versorgt werden. Mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder mit Medikamenten. Was aber, wenn Familienangehörige zu weit weg wohnen? Oder womöglich selbst zur Risikogruppe gehören? Auf diese Problematik hat unter anderem die Evangelische Kirchengemeinde Werden schnell reagiert und umgehend einen Einkaufsservice organisiert.

Betroffene sind dankbar für das Angebot der ev. Gemeinde

„Meine Frau und ich sind unendlich dankbar für dieses Engagement der jungen Menschen“, so Rainer Haupenthal. Der 78-Jährige wohnt gemeinsam mit seiner gleichaltrigen Frau in Werden und erledigt seine Einkäufe unter normalen Umständen selbst. „Nun wollen und können wir das Haus nicht verlassen. Dazu haben uns auch unsere beiden Söhne dringend geraten“, erzählt der Werdener.

Der eine Sohn lebt in München, der andere in Konstanz. Und auch sonst gäbe es niemanden aus der nahen Verwandtschaft, der den Kühlschrank des Ehepaares auffüllen könnte.

Jugendleiterin nimmt Einkaufswünsche entgegen

Einer der beiden Söhne stieß auf das Angebot der evangelischen Kirche. „Wir sind persönlich nicht im Internet aktiv; womöglich hätten wir alleine gar kein Hilfsangebot gefunden?“, hinterfragt Rainer Haupenthal. Wahrscheinlich, so vermutet er, ginge es vielen Älteren genauso.

Der Rentner und seine Frau wurden auf das Angebot aufmerksam gemacht und haben nun glücklicherweise, wie andere Menschen der Risikogruppe, die Möglichkeit sich dienstags und freitags an Charlotte Main zu wenden und die Einkaufsliste durchzugeben. An diesen beiden Tagen nimmt die Jugendleiterin der Evangelischen Kirchengemeinde die Anrufe und Bestellungen entgegen, jeweils in der Zeit von 10 bis 12 Uhr.

Waren werden mit Kassenbon und Restgeld vor die Tür gelegt

„Im Anschluss an diese erste Kontaktaufnahme kommen die Jugendlichen nach telefonischer Vorankündigung zu den Hilfsbedürftigen nach Hause, um das Geld abzuholen“, erklärt Charlotte Main. Der gesamte Ablauf erfolgt kontaktlos. Das Geld sollte in einem Umschlag vor die Tür gelegt werden.

Dann ziehen die Jugendlichen los in den Supermarkt. Die besorgten Waren werden anschließend, inklusive Kassenbon und Restgeld, vor die Tür gelegt. Die Abgabe erfolgt ebenfalls ohne jeglichen Kontakt.

Aus der Evangelischen Kirchengemeinde sind es bislang 13 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die sich engagieren und die Einkäufe für die Menschen der Risikogruppe in Werden und Umgebung erledigen.

Auch Jugendliche der Gemeinde St. Ludgerus engagieren sich

Eine von ihnen ist Carlotta Deutscher. „Ich helfe sehr gerne“, sagt die 15-Jährige. Als der Aufruf der Kirchengemeinde kam, musste die Schülerin nicht lange überlegen. „Mir ist bewusst, dass vor allem jetzt ältere oder kranke Menschen unsere Unterstützung dringend benötigen. Ich bin jung, gesund und habe zudem momentan viel Zeit“, so Carlotta Deutscher über ihren Einsatz. Sie wird die Einkäufe gemeinsam mit ihrer Mutter erledigen.

Auch die Jugendlichen der Gemeinde St. Ludgerus engagieren sich und übernehmen Besorgungen aus der Apotheke oder aus dem Supermarkt. Die Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität in dieser Krisenzeit scheint groß, denn auch in den sozialen Netzwerken bieten immer mehr Menschen ihre Hilfe an.

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