Schlosshotel Hugenpoet

Essens FDP-Chef für einige Stunden Praktikant auf Hugenpoet

FDP-Landtagsabgeordneter Ralf Witzel bei seinem Einsatz an der Rezeption des Schlosshotel Hugenpoet – den genauen Ablauf erklärt ihm Violetta Poledniok.

Foto: Ulrich Bangert

FDP-Landtagsabgeordneter Ralf Witzel bei seinem Einsatz an der Rezeption des Schlosshotel Hugenpoet – den genauen Ablauf erklärt ihm Violetta Poledniok. Foto: Ulrich Bangert

essen-Kettwig.   Betten machen, Cocktails mixen – Ralf Witzel, Chef der Essens FDP und Landtagsabgeordneter, war einige Stunden Praktikant auf dem Schloss.

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Ein kompletter Arbeitstag war es letztendlich doch nicht, dazu war der Terminkalender von Ralf Witzel am vergangenen Dienstag zu prall gefällt. Aber zumindest von 18 bis 23 Uhr war der FDP-Landesabgeordnete und Chef der Essener Liberalen in Kettwig im Dienst – als Praktikant im Schlosshotel Hugenpoet.

Als erster Politiker beteiligte er sich an der Initiative „Praktikant/-in gesucht“ des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). „Wir möchten Politikern das Gastgewerbe anhand von praktischen Beispielen in einem unserer Betriebe näherbringen“, erklärt Thomas Kolaric, Geschäftsführer des Dehoga Nordrhein. „Bereits viele Zusagen von anderen Landespolitikern liegen uns vor, und wir werden auch bei den Bundespolitikern anfragen, ob sie nicht Lust auf solch ein Kurzzeitpraktikum haben“, sagt Kolaric.

Kenntnisse und Erkenntnisse

Systemgastronomie, Kneipe, gutbürgerliches Restaurant – die Politiker können wählen. Und Ralf Witzel entschied sich für das Kettwiger Haus, weil „ich eine Location gesucht habe, die eine Vielzahl von Kenntnissen und Erkenntnissen vermitteln kann.“ Bietet doch Hugenpoet so ziemlich alles – vom Sterne-Restaurant über 36 Hotelzimmer bis zu großen Veranstaltungen, Familienfeiern, etc.

Eine Station für den „Praktikanten“ Ralf Witzel ist an diesem Abend der sogenannte Abdeckdienst. Akribisch werden die Zimmer für den ankommenden Gast vorbereitet. Hugenpoet-Hausdame Kendra Rehnert erklärt und zeigt, wie’s geht. Die Bettdecke aufschlagen, ein Dreieck formen, den Vorleger mit dem Hugenpoet-Logo in Richtung Gast vors Bett legen, die Fernsehzeitung aufs aktuelle Datum bringen, die Vorhänge schließen, das Licht dämmen... Die Checkliste erscheint endlos lang, „aber wir brauchen sicherlich keine fünf Minuten für diese Vorbereitungen“, sagt Kendra Rehnert.

Endlos lange Checkliste

Ralf Witzel macht mit – und bekommt ein Lob von der Fachfrau: „Sehr schön fürs erste Mal.“ Stationen an der Rezeption des Schlosshotels folgen, und auch beim Cocktailmixen in der Bar scheitert der 45-jährige Berufspolitiker nicht am alkoholfreien „Krötenpfuhl“, bestehend aus Orangen-, Ananas- und Zitronensaft, aus Grenadine und Blue Curacao Sirup.

In diesen wenigen Stunden habe er viel gelernt, sagt Ralf Witzel am Tag danach. Und er habe „auf jeden Fall noch mehr Respekt vor den Menschen, die hier arbeiten – mit einem hohen Standard an Professionalität, aber auch viel Individualität. Und es fühlte sich wie in einer großen Familie an.“

Arbeitszeiten flexibel gestalten

Zwischen den einzelnen Stationen seines Kurzzeitpraktikums ist Ralf Witzel im Gespräch. Mit Hugenpoet-Direktorin Alexandra Schenk, Monika Uschkamp, Marketing-Leiterin des Schlosshotels und Thomas Kolaric. Der warb an diesem Abend auch für die Dehoga-Forderung, „die starren Arbeitszeitregelungen nach europäischen Vorbild zu lockern“. Dabei gehe es nicht um Mehrarbeit, sondern um eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten.

Für den FDP-Mann Ralf Witzel ein verständliches Anliegen: „Mich musste davon keiner überzeugen. Die unglaubliche Fülle an Bürokratie, zum Beispiel bei der Arbeitszeiterfassung, ist völlig irreal und für alle Beteiligten eine Belastung.“

Ein weiteres Thema, das die Gastro-Branche drückt, ist der Fachkräftemangel. Witzel: „Im Rahmen eines solchen Praktikums kann man auch Vourteile über Bord werfen, denn hier geht es nicht um den klassischen Studentennebenjob, sondern um Personal mit dem gewissen Extra.“

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