Wirtschaftsbilanz

Essener Wirtschaftsförderer sehen Essen vor Dortmund und Düsseldorf

Unternehmensstadt Essen: Zwischen Postbank-Hochhaus (links), RWE und Thyssen-Haus (rechts) baut Kölbl Kruse die neue Schenker-Zentrale.

Foto: Hans Blossey

Unternehmensstadt Essen: Zwischen Postbank-Hochhaus (links), RWE und Thyssen-Haus (rechts) baut Kölbl Kruse die neue Schenker-Zentrale. Foto: Hans Blossey

Essen.   Schlechte Unternehmens-Nachrichten mit der Ortsmarke Essen gibt es dieser Tage zuhauf. Umso mehr freut die Wirtschaftsförderer bei ihrer Jahresbilanz, dass die Stadt im Vergleich punktet. Beim Bruttoinlandsprodukt liege Essen im Zwölf-Jahresvergleich vorn – vor Dortmund, Düsseldorf, München, Berlin und Hamburg.

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Karstadt in der Dauerkrise, Thyssen-Krupp mit einem Bein noch im brasilianischen Stahlwerks-Sumpf, und die RWE-Strahler sparsam heruntergedimmt – nein, die Ortsmarke Essen verheißt bei Wirtschaftsnachrichten in diesen Tagen nicht viel Gutes.

Kein Wunder, dass die städtischen Wirtschaftsförderer dem Krisengeraune jetzt bei ihrer Jahresbilanz ein trotziges „Eigentlich sind wir ganz anders...“ entgegensetzen wollten – passgenau flankiert durch einen Artikel im Zentralorgan des deutschen Journalismus, das seine Tour d’horizon vom Stauder bis Siloxa, vom Schuldenberg bis zur Krupp-Historie mit spürbarer Sympathie begleitet: Vom „kleinen Wachstumswunder an der Ruhr“ spricht der Spiegel in seiner neuesten Ausgabe.

Essen liegt im Zwölfjahresvergleich vorn

Und Dietmar Düdden hat die Zahlen dazu: Der Chef der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft EWG hält sich nicht lang damit auf zu erklären, was das nun genau ist, das Bruttoinlandsprodukt oder die Bruttowertschöpfung. Wichtig ist: Essen liegt im Zwölf-Jahresvergleich vorn – vor Dortmund, vor Düsseldorf, vor München, Berlin und Hamburg.

Ein solch sanftes Zahlenkissen macht die EWG selbstbewusst genug, die aktuellen Zahlen sprechen zu lassen: 128 erfolgreich abgeschlossene Projekte notiert die Bilanz für 2013 – mit Investitionen von 86,5 Millionen Euro. Dadurch ließen sich 1.334 Arbeitsplätze sichern und 1.037 neu schaffen. Sämtliche Vorjahres-Zahlen lagen zum Teil deutlich darunter.

Zwei Dickschiffe der Essener Wirtschaft wurden gehalten

Etwas mehr als 500 Jobs kamen durch Neuansiedlungen auf den Markt, vom Call-Center CCC in Frohnhausen bis zum Fahrradmarkt Lucky Bike am Westrand der Innenstadt.